Keine Ahnung, wie es bei euch ist, aber uns geht als Beifahrer ganz schön die Muffe, wenn der Fahrer statt auf die Straße auf sein Handy schaut und womöglich noch zu tippen beginnt. Natürlich wird er das zumindest in unserem Beisein genau einmal und das auch nur sehr kurz getan haben, doch viele sind ja nun mal alleine im Auto unterwegs. Und obwohl man meinen sollte, dass es schon der gesunde Menschenverstand verbietet, ist es erschreckend, wie viele sich bei voller Fahrt ihrem Handy widmen.

Laut einer Studie von Verkehrspsychologen der TU Braunschweig telefoniert jeder Zehnte oder tippt Nachrichten, während er fährt. Das ergab die Beobachtung von 2.000 Autofahrern auf der Autobahn 2 und gut 3.000 weiteren im Braunschweiger Stadtverkehr. Studienleiter Mark Vollrath warnt:
„Wir beobachteten häufig, dass der Blick erstaunlich lange weg von der Straße, hin zum Smartphone geht. Das Ergebnis ist ein 'Blindflug' von fünfzig bis hundert Metern bei hoher Geschwindigkeit.“

Natürlich gab es schon immer Ablenkungen beim Fahren. Sei es das Einstellen des Radios, der Griff zum Getränk oder das Entzünden einer Zigarette. Doch Smartphones gelten heutzutage als größte Ablenkungsgefahr, die zudem von vielen Autofahrern unterschätzt wird. Dem ADAC zufolge ist jeder zehnte Unfall die Folge von Unachtsamkeit.

Allerdings gibt es noch keine gesicherten Zahlen, in wie vielen Fällen das Handy auch tatsächlich der Auslöser war. Experten nehmen jedoch an, dass die Ergebnisse einer Studie aus Amerika auch auf unsere Straßen übertragen werden können. Verkehrsforscher vom Virginia Tech Transportation Institute haben dort errechnet, dass das Telefonieren und vor allem das Lesen und Schreiben von Texten das Unfallrisiko um insgesamt fast das Vierfache erhöhen!

Die Gefahr, auf langen und monotonen Strecken in Versuchung zu geraten, zum Handy zu greifen, sei überdies naturgemäß auf der Autobahn besonders groß. Hier hantieren mehr als doppelt so viele Fahrer mit ihrem Mobilgerät wie im Stadtverkehr.

Dabei ist 40 Prozent der Handynutzer klar, dass es sie beim Fahren stark ablenkt. 20 Prozent gaben sogar „sehr stark“ zu Protokoll. Jedoch gaben nur 11 Prozent zu, durch das Handy auch schon einmal einen Fahrfehler begangen zu haben. Da insbesondere Menschen unter 45 Jahren (81 Prozent) während der Fahrt das Smartphone nutzen, plädiert der ADAC besonders bei Jüngeren für mehr Aufklärung.

Quelle: heute.de