Ihr dachtet, gewisse Gegenden in Berlin zählen zu den härtesten Pflastern in diesem Land? Nix da, am gefährlichsten ist es tatsächlich auf Landstraßen! Alleine 2013 zählte das Statistische Bundesamt 1934 Tote. Viele dieser Unfälle sind die Folge riskanter Überholmanöver, weswegen Experten nun ein Überholverbot auf Landstraßen fordern.

Und das sollte vor allem für uns Männer gelten. In 86 Prozent der Fälle sind nämlich wir schuld, und in 46 Prozent unter 30 Jahre alt. 28 Prozent von uns sind dabei so dämlich und überholen trotz Gegenverkehr, 26 Prozent bei unklarer Verkehrslage und 26 Prozent pfeifen sogar auf Überholverbote, so es sie denn gibt. In drei Viertel der untersuchten Abschnitte gab es nämlich keinerlei Einschränkungen, und das trotz klar eingeschränkter Sichtweite.

„Wenn es kein Verbotsschild und keine durchgezogene Linie gibt, heißt das noch lange nicht, dass Überholen dort gefahrlos möglich ist“, resümiert Unfallexperte Siegfried Brockmann die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Studie zum Thema. „An allen Stellen, an denen die Sicht nicht für ein Überholen ausreicht, muss es ausdrückliche Überholverbote geben", fordert er. „Dann hätten 70 Prozent des Landstraßennetzes ein Überholverbot.“

Und vielleicht hat der Mann gar nicht so unrecht. Immerhin neigen wir Kerle gerade in jungen Jahren dazu, unser Imponiergehabe auch auf die Straße zu tragen. Oder wie Verkehrspsychologe Peter Kiegeland so treffend formuliert: „Das Selbstbewusstsein wird sozusagen mit dem Gaspedal geregelt.“

Entsprechende Verbote würden das Problem sicherlich eindämmen, dafür aber zu mehr genervten Autofahrern führen, die es ja tendenziell sehr eilig haben. Dabei beträgt die Zeitersparnis bei aggressivem Überholen auf Landstraßen auf einer Strecke von 20 Kilometern statistisch gesehen gerade mal anderthalb Minuten. Und das ist mal echt keinen Unfall wert. Also Jungs, reißt euch am Riemen, dann muss auch kein strenger Onkel kommen und uns was verbieten!

Quelle: RP