So mancher mag zwar der Meinung sein, dass Blitzer nur dem Staatssäckel dienlich sind, an sich wird damit aber ein grundsätzlich lobenswertes Ziel verfolgt, nämlich allzu arglose Autofahrer auszubremsen. Genau diese werden jetzt die Augen verdrehen, man stelle sich aber mal eine Welt vor, in der keine Geschwindigkeitskontrollen den Verkehr regeln. Keine Welt, in der man Kinder großziehen möchte, nicht wahr!?

Trotz der abschreckenden Wirkung funktioniert das Ganze im eigentlichen Sinne jedoch nur partiell. Denn kaum ist der Blitzbereich verlassen, wird wieder hemmungslos aufs Gas getreten. Das weiß auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und möchte deshalb nach ausländischem Vorbild die sogenannte „Section Control“ einführen, ein Streckenradar. Dieses ist in der Lage, alle Autos in einem festgelegten Bereich die gesamte Strecke über zu erfassen und so bei der Ausfahrt aus diesem Bereich eine Durchschnittsgeschwindigkeit zu errechnen, anhand derer sich ein eventueller Geschwindigkeitsübertritt belegen lässt.

An sich eine gute Sache, um den Verkehr in den entsprechenden Abschnitten effektiv zu bändigen, in den Augen der Datenschützer aber mal wieder ein Unding. Denn da wirklich sämtliche Fahrzeuge fotografiert und gespeichert werden, gilt generell erst mal jeder als verdächtig. Auch die Verschlüsslung der Aufnahmen ändert daran grundsätzlich nichts.

Aus der Distanz betrachtet, kommen wir nicht umhin, den Kern dieser Idee zumindest anzuerkennen. Immerhin wird nach wie vor nur zur Kasse gebeten, wer der Meinung ist, rasen zu müssen, und somit eine Gefahr für die anderen darstellt. Dass ein solch komplexes System fehlerfrei funktioniert, halten wir jedoch für so ebenso unwahrscheinlich, wie den Umstand, dass sich der deutsche Autofahrer einem solchen Diktat ohne Gegenwehr unterwirft.

Quelle: RTL