Studien zufolge stehen viele Autofahrer modernen Fahrassistenzsystemen nach wie vor mit einer ordentlichen Portion Skepsis gegenüber. Doch die Akzeptanz vor allem bei jungen Fahrern steigt zunehmend. Fakt ist: Hightech-Systeme im Auto können Unfälle vermeiden, werden jedoch bislang meist nur in teuren Mittel- und Oberklassemodellen verbaut. Ein Umstand, den die EU schnellstmöglich ändern möchte.

Der Plan der EU-Kommission sieht vor, dass Neuwagen künftig zwingend über fortschrittliche Sicherheitssysteme wie Notbrems- und Spurhalteassistent oder Fußgänger- und Radfahrererkennung verfügen müssen. Für Lkws sollen zudem Reifendruck-Messsysteme zur Pflicht werden.

Dadurch soll die Zahl der Verkehrstoten drastisch gesenkt werden. Alleine im letzten Jahr kamen 25.300 Menschen auf Europas Straßen ums Leben und auch in den Jahren zuvor sah es nicht sehr viel besser aus. Bisherige Maßnahmen, die dazu beitragen sollten, die Zahl zwischen 2010 und 2020 zu halbieren, haben jedoch nicht den gewünschten Erfolg gezeigt, so dass nicht davon auszugehen ist, dass das gesetzte Ziel erreicht wird.

„90 Prozent der Verkehrsunfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen“

…, dies betont EU-Kommissarin Elzbieta Bienkowska und prophezeit: „Die neuen verpflichtenden Sicherheitsvorgaben werden die Zahl der Unfälle reduzieren und den Weg für eine fahrerlose Zukunft des vernetzten und automatisierten Fahrens bereiten.“

Bis es soweit ist, muss der Vorschlag erst im EU-Parlament und anschließend im Europäischen Rat diskutiert werden. Klingt nach einem langen Weg, das erklärte Ziel sei jedoch, den Beschluss über verpflichtende Assistenzsysteme in Neuwagen bis zum Mai 2019 durchzukriegen.

Insgesamt geht es um 15 Sicherheitssysteme für Pkw und Lkw, wobei der Vorschlag lediglich einen Teil eines großangelegten Strategiepapiers darstellt, dessen Umsetzung Europa weltweit zu einem Vorreiter für vollautomatisierte und vernetzte Mobilitätssysteme machen soll. Angestrebt werde dabei eine neue Ebene der Zusammenarbeit zwischen den Verkehrsteilnehmern, was den Verkehr sicherer, sauberer und preiswerter machen soll.

Quelle: spiegel.de