Umstrittene Neuerung: BMW nimmt für Sitzheizung im Auto Gebühren  – Autos warten mit Smart-Systemen, Infotainment und Netzanbindungen auf: GPS-Services mit Live-Funktionen, ein Direktlink zu Streaming-Diensten, etwa für Musik, oder auch semi-autonome Fahrfunktionen lassen manchen bei modernen Wagen zunehmend an Sci-Fi-Videospiele denken. Aus Games stammen auch Mikrotransaktionen und andere Monitorarisierungsmodelle – Dinge, welche die Autobranche mehr und mehr für sich entdeckt.

Führend dabei ist etwa BMW, wie „Der Standard“ berichtet. Bereits Ende 2020 machte die bayerische Traditionsschmiede von sich reden: So soll das Unternehmen seinerzeit geplant haben, Fahrer, welche nicht über ein aktives Garantiepaket verfügten, regelrecht zu „beschämen“. Damit sollten diese zur Unterzeichnung einer neuen Dienstvereinbarung animiert werden, wie es beim „Standard“ erläutert wird. Seitdem nehmen die Versuche seitens BMW noch zu, Autofunktionen per sogenannter Mikrotransaktion anzubieten.

Der jüngste Streich: besagte Sitzheizung per Abo

Ein „Netflix“-ähnliches Modell, um die Vordersitze zu erwärmen? Das wird laut dem „Standard“ Wirklichkeit. Solche Abos werden etwa für Großbritannien als Monats-, Jahres- oder Dreijahrespaket genannt – die jeweiligen Kosten sollen dort bei dieser Staffelung jeweils 17, 175 oder 275 Euro betragen. Mit einer Einmalzahlung von 390 Euro kann die Sitzheizung auch „unbegrenzt“ freigeschaltet werden – wobei selbst das bedingt sein soll:

Denn das Kleingedruckte gibt eine Passage preis, welche besagt, „solange die technischen Voraussetzungen für das Fahrzeug gegeben sind“, ohne zu erläutern, was gemeint ist. Ist das System per Abo freigeschaltet, so bekommen die Fahrer über das sogenannte Connected-Drive-System Zugang zu drei Intensitätsstufen. Zudem kann dann die Wärme zwischen Sitzfläche, Rückenlehne und den Seitenpolstern verteilt werden. Laut dem „Standard“ allesamt Optionen, die es auch schon vor dem Abonnement kostenlos gab.

BMWs Gegenargument:

Die notwendige Technologie für die Sitzheizung sei dem Autobauer zufolge bereits ohne Aufpreis im Pkw verbaut. Unklar ist, in welchen Regionen ein solches Abonnement für eine Sitzheizung offeriert werden wird. In den USA gibt es so etwas noch nicht, neben Deutschland und Österreich wurden aber bereits Großbritannien, Neuseeland, Südafrika und Südkorea als Märkte bestätigt.

Das Abonnement für die Sitzheizung gesellt sich in jedem Fall zu anderen monetarisierten Funktionen aus dem Hause BMW. So finden sich im Abo-Angebot des Autobauers etwa ein verbesserter Fahrassistent namens „Driving Assistant Plus“, ein Fernlichtassistent, eine Lenkradheizung oder der Erhalt von Verkehrsinformationen in Echtzeit. Die Werbung des Unternehmens bezeichnet solche Optionen als eine Möglichkeit, seinen Pkw „upzugraden“.

Quelle: derstandard.at