Typklassen-Neuberechnung: Kostet eure Autoversicherung bald mehr? – Wie teuer oder günstig eine Autoversicherung ist, hängt von der sogenannten Typklassen-Berechnung ab. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat nun eine Neubewertung dieser Statistik vorgenommen. Je nachdem, welches Modell ihr fahrt, kann sich dies auf eure Kfz-Versicherung auswirken.

Eine Typklassenstatistik gibt die Schadensbilanzen der rund 32.000 in der Bundesrepublik zugelassenen Automodelle wieder. Die unabhängige Statistik bildet eine der vielen Grundlagen dafür, wie Versicherer ihre Kfz-Beiträge festlegen. Neben den Schadensbilanzen fließen etwa auch Dinge wie der Wohnort ein – dieser wird etwa in den Regionalklassen reflektiert. Insgesamt gibt es 16 Typklassen.

Haftpflicht vs. Kasko

Fest steht durch die neue GDV-Typklassenstatistik: 4,3 Millionen Autofahrer werden in der Berechnung von besseren Typklassen profitieren, 7 Millionen werden fortan höher eingestuft. 30,3 Millionen Autofahrer verbleiben in der Typklasse, die ihre Fahrzeuge auch 2020 innehatten. Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, kommentierte: „Große Sprünge sind die Ausnahme, nur für wenige Modelle geht es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten.“

Für den Nissan Juke 1.0 (Typ F16, seit 2019) sowie den VW E-Golf VII (Typ AU, seit 2016) geht es etwa zwei Typklassen nach oben. Der Hyundai Kona 1.6 T (Typ OS, seit 2017) sinkt hingegen um zwei Typklassen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung sind vor allem die Leistungen für geschädigte Unfallgegner entscheidend, in der Kaskoversicherung hingegen unter anderem der Wert eines Wagens.

Klassenanalyse

Oberklasse-Fahrzeuge mit starker Motorleistung sowie SUVs wie etwa der Audi Q8 50 TDI Quattro (Typ 4L, seit 2018) und der Range Rover Velar 20D AWD (Typ LY) fallen daher in hohe Typklassen, Kleinwagen wie der Kia Picanto 1.0 (Typ JA, seit 2017) oder der Skoda Citigo-E (Typ AA, seit 2019) sowie ältere Modelle in die niedrigen Typklassen, wie der GDV erläutert.

Die neuen Typklassen nahm sich unter anderem auch das Vergleichsportal „Verivox“ vor. Dort stellte man fest, dass sich insbesondere Fahrer des Tesla Model 3 die Hände reiben dürfen – der Stromer fährt künftig mit fast um ein Viertel (23 Prozent) niedrigerem Vollkaskoschutz – im Modell läuft das auf eine Jahresersparnis von 316 Euro hinaus. Fahrer des Suzuki Jimny sind sogar noch besser dran.

SUV steigt in drei Klassen

Der kleine Offroader konnte in der Vollkaskoversicherung um gleich ganze sechs Typklassen herabgestuft werden – die Beiträge sinken um 30 Prozent. Auf höhere Beiträge einstellen müssen sich etwa Fahrer des Opel Corsa F 1.2, dieser unterliegt einer Aufstufung um vier Typklassen, steigt laut „Verivox“-Modellrechnungen bei den Versicherungskosten um 29 Prozent.

Wer einen Mitsubishi Outlander 2.4 AWD Hybrid fährt, darf ab dem nächsten Jahr mehr bezahlen – bei allen Versicherungsarten wurde der SUV hochgestuft. Die Haftpflichtversicherung wird für dieses Fahrzeug um eine, die Teilkasko um drei und die Vollkasko um zwei Typklassen steigen. Die Vollkasko-Prämie dieses Fahrzeugs steigt somit um 25 Prozent.

Sonderkündigungsrecht

Ein Alleinfahrer mit Schadensfreiheitsklasse 5 darf laut Modellberechnungen also 262 Euro Mehrkosten bezahlen. Individuell kann auf der Seite des GDV eine Typklassen-Abfrage für mehr als 30.000 Fahrzeuge durchgeführt werden. Steigt der Kfz-Versicherungsbeitrag durch diese neue Einstufung, genießen Versicherte ein Sonderkündigungsrecht.

Quelle: rtl.de