TÜV-Mobility Studie: Mehrheit der Deutschen für generelles Tempolimit – Deutschland ist und bleibt ein Autoland. Das belegt zumindest die „Mobility Studie 2022“ des TÜV-Verbandes, der zufolge das Auto für die meisten Deutschen das Verkehrsmittel der ersten Wahl darstellt.

Auf die Frage, welches Verkehrsmittel man an einem gewöhnlichen Werktag nutze, gaben ganze 72 Prozent der 1.000 befragten Teilnehmer zu Protokoll, das Auto zu verwenden. Vor zwei Jahren waren es noch 65 Prozent.

Die Nutzung von Fahrrädern nahm um drei Prozentpunkte zu – 32 Prozent reiten täglich ihren Drahtesel. Ein dickes Minus fuhren hingegen die öffentlichen Verkehrsmittel ein, deren Nutzung um sieben Prozentpunkte auf nunmehr 25 Prozent sank.

Allerdings ist die Größe der Stadt ein ausschlaggebender Faktor für den ÖPNV.

Während in Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern 83 Prozent das Auto und nur 10 Prozent den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, fahren in Städten mit über 500.000 Einwohnern lediglich 66 Prozent mit dem eigenen Wagen und 39 Prozent mit dem ÖPNV.

Interessant ist, dass der Befragung zufolge mit 56 Prozent die Mehrheit der Deutschen ein generelles Tempolimit von 130 km/h befürwortet, während lediglich 38 Prozent dagegen sind.

Tempo 30 in Städten ist hingegen nur aus Sicht von 40 Prozent sinnvoll, während sich 55 Prozent dagegen aussprechen.

Hinsichtlich der Aspekte Umwelt- und Klimaschutz bei der Wahl des Verkehrsmittels erklärten 54 Prozent, dass diese „eine große Rolle“ spielten. Dennoch möchten 55 Prozent nicht auf einen Wagen verzichten, seinen doch „viele Aktivitäten ohne eigenes Auto zu beschwerlich“.

Gerade einmal 19 Prozent halten umweltfreundliche Mobilität für besonders wichtig.

In Sachen E-Mobilität liebäugelt mittlerweile jeder vierte Deutsche mit einem elektrisch betriebenen Neuwagen, die deutliche Mehrheit von 71 Prozent hält die Reichweite jedoch nach wie vor für zu unzureichend.

Große Einigkeit herrscht in Sachen Promille-Grenze: Ganze 80 Prozent der vom TÜV-Verband Befragten sprach sich für Null-Promille aus.

Weitere 75 Prozent erachten sogenannten „Feedback“-Fahrten für Menschen über 75 Jahren als sinnvoll.

Mit Blick auf die kommende Pflicht für Assistenzsysteme in neuen Fahrzeugen – in denen ab Juli 2022 Sicherheitsfeatures wie Notbremsassistent, Müdigkeitswarner oder intelligenter Geschwindigkeitsassistent verbaut sein müssen – votieren drei von vier Bürgern dafür, dass diese von unabhängigen Stellen geprüft werden sollen.

Denn wie Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, erklärt, neigen auch Assistenzsysteme zum Verschleiß: „Sind Sensoren beschädigt oder falsch ausgerichtet, können sie zu Fehlfunktionen des Systems führen.“

Hinzu kommt, dass der Studie zufolge 57 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer keine Erfahrungen mit modernen Assistenzsystemen haben.

Bühlers Fazit: „Die Umfrage zeigt, was wir brauchen: den Ausbau des ÖPNV, der E-Ladeinfrastruktur, bezahlbare E-Autos statt E-Luxus-SUV und -Sportwagen. Und: Es kann nicht sein, dass wir bei der HU die Bremsen eines Autos prüfen, aber nicht den Notbremsassistenten. Wir brauchen den Zugang auch zu diesen Systemen.“

Quellen: bild.de , presseportal.de