Tesla Rückrufe: Kraftfahrt-Bundesamt setzt Ultimatum – Der Rückruf von Fahrzeugen ist unter den großen Autobauern keine Seltenheit. Zum Jahreswechsel hat es hierbei auch Tesla erwischt, die in den USA rund eine halbe Million Fahrzeuge zurück in die Werkstätten rufen mussten. Diesbezüglich wurden Mängel an den Tesla-Modellen 3, S und Y festgestellt.

Für den deutschen Raum gibt es indes allerdings noch keinen Rückruf. Doch genau das soll sich bald ändern, denn das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat Tesla ein kurzfristiges Ultimatum gesetzt und verlangt Antworten. Schließlich werden die betroffenen Modelle, die in den USA produziert werden, auch nach Deutschland exportiert, weshalb das Kraftfahrt-Bundesamt Alarm geschlagen hat.

Tesla soll Stellungnahme abgeben

Laut Informationen der „Welt“ wandte sich deshalb das KBA selbst an Tesla und verlangt nun eine Aufklärung des Autobauers. Hierbei setzt man dem US-Unternehmen eine Frist bis Freitag, um eine Stellungnahme bezüglich des Rückrufs der Modelle 3, S und Y in den USA abzugeben.

Interessanterweise hat bei unseren Nachbarn die niederländische Zulassungsbehörde RDW, die ihrerseits in Europa für die Zulassung der Tesla-Modelle zuständig ist, bereits am 5. Januar 2022 einen Rückruf angeordnet: Aufgrund derselben Schäden an den Fahrzeugen, wie sie in den USA vorliegen –  diese wurden auch in der Datenbank der Behörde öffentlich gemacht.

Gefahr von Verkehrsunfällen mit Personenschaden

So warnt die RDW vor potenziellen „Verkehrsunfällen mit Personenschaden“, die durch drei Defekte an den betroffenen Tesla-Modellen ausgelöst werden können. Beim Tesla-Model 3 kann es hierbei zu einem Ausfall der Rückfahrkamera kommen, da die Verkabelung der Kamera beim mehrmaligen Öffnen und Schließen der Heckklappe beschädigt werden kann.

Ein erheblicher Mangel besteht indes beim Tesla Model S in Bezug auf die Sekundärverriegelung des vorderen Kofferraums. Diese befindet sich unter der Motorhaube des Fahrzeugs und funktioniert nicht richtig, weshalb die Gefahr besteht, dass sich die Primärverriegelung ungewollt löst und sich somit die Motorhaube öffnen und demnach die Fahrersicht behindern kann.

Tesla gesetzlich verpflichtet, Mängel zu melden

Auch das Tesla Modell Y weist einen möglichen, gravierenden Mangel auf. Denn hier kann sich ein Teil der Vorder- und Hinterradaufhängung nicht nur lösen, sondern auch verformen. Dadurch kann die Lenkbarkeit und Kontrolle des Wagens massiv beeinträchtigt werden.

Das Kraftfahrt-Bundesamt wartet nun die Stellungnahme von Tesla ab, die ihrerseits nach dem Produktsicherheitsgesetz dazu verpflichtet sind, Mängel den zuständigen Behörden selbst zu melden.

Quelle: welt.de