Als es hieß, dass im Sinne des Klimaschutzes ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen im Gespräch sei, erfolgte ein Aufschrei im Volke, der kaum zu überhören war. Eine hitzige Debatte um die Sinnhaftigkeit eines solchen Vorhabens entbrannte, die das Land spaltete. Wie sich nun zeigt, hat sich Deutschland den Hals aber wohl vollkommen umsonst wund gebrüllt. Denn wirklich ändern würde ein entsprechendes Gesetz wohl kaum etwas.

Wie aus einer lange geheimgehaltenen Studie des Verkehrsministeriums hervorgeht, die dem „Spiegel“ vorliegt, sind die Meisten hierzulande ohnehin nie flotter als mit 130 unterwegs. Auf Autobahnabschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung fuhr demnach nur jeder dritte Fahrer von Pkw, Motorrädern oder Lieferwagen schneller als Richtgeschwindigkeit, gerade Mal jeder zehnte mehr 150 km/h.

Nutzen für die Umwelt bleibt fraglich

Bei den Werten handelt es sich um Messungen auf repräsentativen Autobahnabschnitten aus den Jahren 2010 bis 2014. Da das gefahrene Tempo als Parameter für das durch ein Tempolimit einzusparende Kohlendioxid dienen kann, erhofft sich das Umweltbundesamt nun, auf Basis der gesammelten Daten entsprechende Erkenntnisse zu gewinnen. Die eigentliche Studie liefert, was das betrifft, nämlich keine Aussagen.

Aktuell kann man lediglich veraltete und nicht als sicher geltende Aussagen in der Frage zur Rate ziehen, inwieweit ein Tempolimit dem Klima tatsächlich zugutekommen würde. Dem ADAC zufolge ließe sich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h der Ausstoß an Kohlendioxid um neun Prozent reduzieren, was auf den gesamten Straßenverkehr bezogen einer Einsparung von drei Prozent entspräche. Allerdings stammen die dem zugrunde liegenden Daten aus dem Jahr 1996.

Quelle: spiegel.de