Supermarkt-Tests gestartet: Einkaufswagen per App statt mit Münze entsperren – Selbst bei kleineren Einkäufen ist er neben dem Korb oftmals unverzichtbarer Begleiter: der Einkaufswagen. Seit vielen Jahren dabei: das Pfandmodell, bei dem man eine Münze im Griff für die Entsperrung benötigt. Doch damit könnte bald Schluss sein, es wird bereits ein System erprobt, das als smarte Lösung fungiert. Verantwortlich dafür ist einer der größten Einkaufswagen-Produzenten.

Das Unternehmen Wanzl hat bereits einige Jahre Arbeit in einen Smart-Trolley investiert. Der digitale Einkaufswagen könnte sowohl Münzen als auch Medaillen und andere Ersatzprodukte für Einkaufswagen überflüssig machen: Der Wagen wird per Handy oder Smartwatch entsperrt. Dazu beschaffen sich die Käufer einfach die entsprechende App ihres Supermarktes – diese macht den Wagen dann beim darüber Halten des Geräts zugänglich.

Dies funktioniert entweder über NFC- oder Bluetooth-Technologie.

Wanzl zufolge ist es dabei für die Kunden unkompliziert, sich auf das neue System umzustellen. Ohnehin haben Millionen von ihnen bereits Zugang zu Apps von Unternehmen wie Aldi, Edeka, Lidl, Netto, Penny, Real oder Rewe. Die Software von Wanzl lasse sich in die Applikationen dieser Kaufhäuser mühelos integrieren. Ein Mitarbeiter kommentierte gegenüber „Chip“: „Wir wollen mit Testphasen erste Markterfahrungen sammeln und schauen, wie das insgesamt ankommt.“

Da sich viele – insbesondere ältere – Kunden an das bekannte System per Münzpfand gewöhnt haben, soll es vorerst beibehalten werden oder könnte mutmaßlich auch parallel im Einsatz bleiben. Wanzl betonte vor allem, dass man noch einige Jahre benötigen werde, bevor es zu einem flächendeckenden Einsatz eines digitalen Einkaufswagens kommen kann. Abschrecken könnten die Händler zudem die hohen Kosten für Technologie und Programme.

Branche im Wandel

Doch auch in den Supermärkten hält die Digitalisierung vermehrt Einzug, digitale Lösungen werden zunehmend bezahlbarer – dadurch erhöht sich ihre Attraktivität für die Supermarktketten. Filialen werden zudem modernisiert, die Smartphones der Mitarbeiter bereits in Arbeitsprozesse eingebunden, teilweise unverzichtbar. Man darf also gespannt sein, wann der digitale Einkaufswagen flächendeckende Realität wird.

Quelle: watson.de