Fernsehwerbung ist so dermaßen glattgebügelt, dass man darauf ausrutschen könnte. Im viralen Sektor sieht es indes ganz anders aus, was die Herrschaften hinter der Werbemaschinerie von Volvo Trucks seit Jahren immer wieder für aufwendige Clips zu nutzen wissen. Man denke nur mal an den „Epic Split“ von Jean Claude van Damme, ein Spot, der es seinerzeit sogar in die Gunn-Report-Liste der bislang besten 20 Werbespots des 21. Jahrhunderts schaffte. Oder an die vierjährige Sophie, die einen 540 PS starken LKW per Fernsteuerung quer durch ein Baugelände manövrieren durfte.

Mit großer Experimentierfreude wagte man sich dieser Tage außerdem an das Konzept einer kleinen Reality-Show, die auf dem YouTube-Kanal von Volvo Trucks zu sehen war. Inhaltlich dokumentierte man den Roadtrip einer jungen Künstlerin namens Mapei, die gemeinsam mit Regisseurin Liza Minou Morberg und ihrer Crew neun Tage durch Europa cruiste, um Bilder für ein Musikvideo zu schießen.

Von Schweden nach Italien

Volvo Trucks selber nutzte die 4.000 Kilometer Reise, um in acht Folgen die Stärke des hauseigenen Serviceangebotes zu demonstrieren. „Damit ein Lkw auf der Straße bleibt, sind die damit verbundenen Dienstleistungen genauso wichtig wie das Fahrzeug“ erklärt Per Nilsson, Director Public Relations von Volvo Trucks. „Gleichzeitig wollen wir Fernsehunterhaltung produzieren, die ein breiteres Publikum anzieht. Soweit ich weiß, hat kein anderes Unternehmen Reality-TV für Marketingzwecke eingesetzt.“ 

Während wir persönlich sowohl den Song "Million Ways To Live" als auch das fertige Video eher belanglos fanden, hat uns die dritte Folge dann doch sehr interessiert. In dieser wagt der weltweit renommierte Stuntfahrer Walter „ Willy“ Melis nämlich den Versuch, einen Volvo Truck auf lediglich zwei Reifen zu fahren. Dazu errichtete man auf einer Teststrecke in der Nähe von Berlin unter strenger Aufsicht eine 12,5 Meter lange Rampe, 140 cm hoch und um genau 30 Grad geneigt, um den Lastwagen in den für den Stunt erforderlichen Winkel von 45 Grad zu bringen.

Freilich eine ganz andere Nummer als mit einem vergleichsweise leichten Auto, die für den Fahrer so dermaßen anstrengend ist, dass nicht viele Versuche drin sind. Entsprechend aufregend gestalteten sich die Dreharbeiten. Solltet ihr den ganzen Reality-Kram indes überspringen wollen, spult einfach bis 3:09 zum finalen Versuch vor.