Es ist eine Binsenweisheit, dass sich bestimmte Leute ein großes Auto kaufen, um damit andere Probleme in ihrem Leben und charakterliche oder körperliche Mängel zu überspielen. Wer selbstverliebt ist, fährt eine dicke Karre, so der Leitsatz. Nun hat eine neue wissenschaftliche Untersuchung das Ergebnis erbracht, dass an dem Motto so einiges dran ist. Doch eben nicht nur Selbstverliebte lieben protzige Autos …

Studie: Selbstverliebte Menschen fahren dicke Autos – Eine finnische Studie der Universität Helsinki nahm 1900 Probanden unter die Lupe und die Verantwortlichen kamen zu einem eindeutigen Fazit, das im „International Journal of Psychology“ veröffentlicht wurde und als Studientitel diente: „Not only assholes drive Mercedes. Besides disagreeable men, also conscientious people drive high‐status cars“.

Zu Deutsch: „Nicht nur Arschlöcher fahren Mercedes. Neben egoistischen Männern fahren auch gewissenhafte Leute hochwertige Autos.“

Die finnischen Wissenschaftler um Studienleiter Jan-Erik Lönnqvist stellten die These auf, dass es nicht das Geld sei, das den Charakter bestimmter Menschen verderbe, die dann wiederum ein dickes Auto kaufen und sich auf der Straße wie neureiche Rowdys und Proleten aufführen – vielmehr sei das Verhalten solcher Menschen auf ihre bereits vorhandene charakterliche Veranlagung zurückzuführen.

Die Studienteilnehmer wurden demnach auf fünf Faktoren hin befragt, aus denen sich nach psychologischen Erkenntnissen der menschliche Charakter zusammensetzt: Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Das Ergebnis der Umfrage fiel eindeutig aus: Es ist umso wahrscheinlicher, dass sich ein Mensch ein teures Auto kauft, je aggressiver, egoistischer oder narzisstischer er veranlagt ist.

Doch treffen einige dieser Charaktereigenschaften eben nicht nur auf neureiche Rüpel, sondern auch auf gewissenhafte Menschen zu, die ein Fahrzeug möchten, das ihre Persönlichkeit reflektiert, etwa, indem es ihren Status, ihre harte Arbeit oder den für sie Komfort widerspiegelt.

Quelle: bild.de