Seit den Diesel-Skandalen der letzten Jahre hat man sich als Verbraucher schon beinahe daran gewöhnt, dass die von den Automobilherstellern veröffentlichten Werte ihrer Fahrzeuge in der Realität des Straßenverkehrs oftmals stark abweichen. Neuigkeiten wie die nun folgende ändern daran wohl wenig, sondern bestätigen eher: Denn eine neue Studie hat nachgewiesen, dass Neuwagen um einiges durstiger sind als angegeben.

39 Prozent mehr als Herstellerangaben versprechen, schluckt der durchschnittliche Neuwagen von 2017 – was die angesichts der Dieselskandale geführte Debatte um den CO2-Ausstoß ad absurdum führt. Die Studie war vom International Council on Clean Transportation (ICCT) durchgeführt worden – in acht europäischen Ländern hatte man dafür die Daten von 1,3 Millionen Neuwagen erhoben.

Sanktionen gefordert

2016 hatte die Abweichung zwischen Realität und Herstellerangaben 38 Prozent betragen, es hat sich also trotz aller Debatten um den CO2-Ausstoß und schädliche Abgase wenig getan. Der Verbrauch spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie viele schädliche Stoffe letztendlich in die Atmosphäre gelangen. Und: Auch in finanzieller Hinsicht sind die höheren Verbrauchswerte alles andere als marginal.

Laut ICCT bestanden 2001 sogar nur acht Prozent Unterschied zwischen reellen und angegebenen Verbrauchsdaten – mit den 39 Prozent von 2017 entstehen Autofahrern so nämlich rund 400 Euro jährlich an Sprit-Mehrkosten. Der Mehrverbrauch wirkt den aktiven Bemühungen entgegen, den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr zu senken: So ist laut ICCT seit 2001 nur die Hälfte der bis heute bestätigten CO2-Senkungen auch wirklich errungen worden.

Peter Mock, Geschäftsführer des europäischen Zweigs des ICCT, hält daher Strafen für Hersteller für unumgänglich, wenn diese unrealistisch niedrige Verbrauchsangaben leisten: „Nur so kann es gelingen, die Abweichung zwischen offiziellen und realen Werten in den kommenden Jahren deutlich abzusenken“, betont Mock.

Quelle: spiegel.de