Verfolgt man dieser Tage die Berichterstattung zum Thema Elektroautos, drängt sich einem der Eindruck auf, dass die Zukunft der Mobilität bereits in Stein gemeißelt ist. Eine großangelegte Studie der Unternehmensberatung „KPMG“ zeichnet jedoch ein ganz anderes Bild. Denn ausgerechnet die Chefs der größten Autokonzerne der Welt glauben, dass das batterie-elektrische Auto, so wie wir es heute kennen, scheitern wird.

Das Problem ist jedoch weder die Reichweite noch der Preis. 72 Prozent der 229 befragten hochrangigen Manager glauben, dass letzten Endes die Infrastruktur dem E-Auto den Todesstoß versetzen wird. Gemeint ist damit das Ladenetz, also die Anzahl der Ladesäulen in einem bestimmten Umkreis, deren Ausbau in Großstädten und an Autobahn-Rastplätzen zwar vorangeht, jedoch ländliche Regionen stark benachteiligt.

Dazu gesellt sich die Furcht vor sogenannten „Black Outs“, die dann eintreten können, wenn zum Beispiel alle E-Autobesitzer abends ihre Fahrzeuge laden wollen, und damit das Stromnetz an die Grenzen seiner Belastbarkeit treiben.

Allerdings kann die Studie auch mit Lösungsvorschlägen aufwarten. Einer davon sieht einen ausgewogenen Mix aus „zuhause aufladen“, „während der Arbeit aufladen“, und „unterwegs aufladen“ vor. Des Weiteren sei es sinnvoll, induktives Laden für E-Autos zu ermöglichen und Mittel und Wege zu finden, Wind- oder Sonnenenergie schneller nutzbar zu machen. Anders sei es nicht möglich, die Energieversorgung von der zu erwartenden punktuellen Last zu befreien.

Auch eine interessante Idee, die beim ersten Anlauf jedoch scheiterte, nennt sich „Battery Swap“, also der Wechsel der ganzen Batterie. Ein Unternehmen namens „Better Place“ versuchte, das Konzept bereits 2007 zu etablieren, musste jedoch 2013 Insolvenz anmelden. Offenbar war man einfach zu früh dran. In die Bresche springt aber nun der chinesische Hersteller „NIO“ und verspricht den Tausch der Batterie binnen weniger Minuten. Zwar müssen auch die getauschten Akkus letzten Endes wieder geladen werden, doch die Vorteile für den Kunden hinsichtlich der Zeitersparnis liegen auf der Hand. Immerhin sollte der Ladevorgang/Tausch bei einem E-Auto aus Sicht von 60 Prozent der befragten Manager nicht länger dauern dürfen als das konventionelle Betanken mit Sprit.

Aber wie sieht denn nun die Zukunft aus?

Vermutlich wird es zu einem Showdown zwischen reinen batteriebetriebenen Elektro-Autos (BEV) und denen kommen, die mit einer Brennstoffzelle Strom erzeugen (FCEV). Letztere haben in den letzten Jahren enorm an Wichtigkeit zugelegt, nachdem sie von manchen schon totgesagt worden waren.

Der große Vorteil der Brennstoffzellen gegenüber batteriebetriebenen E-Autos: Der zum Betrieb von FCEV nötige Wasserstoff kann ebenso wie das heutige Benzin problemlos transportiert und in Tanks gelagert werden. Zwar ist die Gewinnung alles andere als energiesparend und relativ aufwändig, doch was das Erlebnis beim Nachtanken betrifft, kommen die FCEV den gängigen Verbrennungsmotoren sehr nahe. Nachteile: Die Brennstoffzelle ist noch nicht so weit verbreitet wie Elektroautos mit normalen Batterien und die Produktionskosten für den Antrieb sind recht hoch.

Man geht davon aus, dass beide Gattungen eine Zeit lang nebeneinander existieren werden, bis eine der beiden Technologien die andere verdrängt. Über 75 Prozent der Konzernoberen glauben, dass das FCEV den Sieg davontragen wird, welches dem BEV zumindest teilweise überlegen sei, und damit schließlich für den endgültigen Durchbruch der Elektrofahrzeuge verantwortlich sein wird.

Quelle: auto-motor-und-sport.de