Haben automatischen Einparkhilfen unser Leben vereinfacht oder machen sie uns am Ende zu Sklaven der elektronischen Helfer? Die Meinungen gehen diesbezüglich weit auseinander. Während die einen die Möglichkeiten der modernen Technik bejubeln und stressfreies Einparken genießen, kritisieren andere, dass dabei die Gefahr besteht, essentielle Grundfähigkeiten des Autofahrens auf Dauer zu verlernen. Auf die eine oder andere Art ist sicherlich jede Partei im Recht. Fakt ist aber, dass sich die Anzahl der Blechschäden durch Parkhilfen nicht verringert hat!

Obwohl mittlerweile nahezu jeder zweite Wagen auf deutschen Straßen über einen Parkassistenten verfügt, gibt es hierzulande immer noch jährlich mehr als zwei Millionen Parkunfälle. Das geht aus einer internen Untersuchung der HUK-Coburg hervor, mit elf Millionen Autos Deutschlands größer Kraftfahrzeug-Versicherer. Laut dem Kfz-Vorstand Klaus-Jürgen Heitmann seien die Schadenskosten sogar noch gestiegen.

Teure Technik

Der Grund dafür ist ganz einfach: Wer seinen Wagen trotz Assistenten gegen ein Hindernis manövriert, beschädigt damit oft nicht nur Blech und/oder Lack, sondern auch einen teuren Sensor. Und so kommt es dann auch, dass sich der von der Versicherungsbranche bezifferte jährliche Schaden besagter zwei Millionen Parkunfälle auf satte 3,5 Milliarden Euro beläuft. Mehr als vor der Einführung der Parkassistenten!

Die Versicherer hoffen nun, dass zukünftige Notbremssysteme und andere technische Neuerungen die Systeme verbessern und damit die Anzahl der Schäden verringern. Sprich: Noch mehr teure elektronische Helfer, die aufpassen sollen, dass die anderen teuren elektronischen Helfer das machen, was sie sollen. Irgendwie zynisch, wenn man mal so darüber nachdenkt …

Quelle: sn-online.de