Studie: E-Autos werden Verbrenner bald verdrängen – Der Eindruck, dass die Elektromobilität nicht in die Gänge kommt, täuscht. Analysten gehen sogar davon aus, dass bereits im Jahr 2024 der Durchbruch gelingt und die Stromer beginnen werden, die Verbrenner zu verdrängen. Dass dieses prognostizierte Szenario auch eintritt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Die Ladeinfrastruktur ist nur einer davon.

Politik und Autoindustrie drängen auf den Wandel. Und auch in der Bevölkerung mehrt dich der Zuspruch. Alleine VW plant, bis 2025 jedes Jahr rund 1,5 Millionen rein elektrische Fahrzeuge zu produzieren. Laut den Analysten der Unternehmensberatung Bain könnte das passen, denn bis dahin sagen sie voraus, dass zwölf Prozent aller verkauften Neuwagen Elektroautos sein werden. Bis 2040 sollen es sogar um die 50 Prozent sein.

Der Wendepunkt hin zur Kundenakzeptanz sei der Prognose zufolge im Jahr 2024 erreicht.

Fraglos ist dazu ein gut ausgebautes Ladenetz elementar. Daneben beschäftigt den Kunden aber natürlich auch die Frage der Gesamtbetriebskosten eines solchen Fahrzeugs. Nicht nur der Kaufpreis entscheidet hier über das Für und Wider, auch die Nachfolgekosten, zum Beispiel in Sachen Strompreise und Reparaturen.

Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), welche seitens der Bundesfraktion der Grünen in Auftrag gegeben worden war, kam diesbezüglich zu dem Ergebnis: „Elektroautos sind bereits heute oft klimafreundlicher und mit dem erhöhten Umweltbonus etwas kostengünstiger als vergleichbare Verbrenner. Beide Vorteile werden sich zukünftig aller Voraussicht nach noch weiter vergrößern.“

Dabei ist zu bedenken, dass die Studie bereits Ende des vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, als man noch von einer Förderung von 6000 Euro für reine Stromer ausging. Bis zu einem Kaufpreis von 40.000 Euro ist diese jedoch bereits auf 9000 Euro gestiegen. Als Grundlage der Berechnungen legte man eine Haltedauer von fünf Jahren bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern fest.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Motor eines Stromers weniger fehleranfällig ist als ein Verbrenner. Dafür ist der Wertverlust ungleich höher. Man halte sich nur mal vor Augen, wie selbst ein gutes Smartphone mit Blick auf den Akku nach fünf Jahren an Wert einbüßt. Im Falle der Elektroautos sind die Batterien die teuersten Bauteile und der Austausch ist teuer.

So bezifferte „EFahrer.com“ Ende Juli 2019 den Preis eines Austauschs der Akkus eines Smart 451 gegen komplett neue Batterien mit einem Preis von 17.000 Euro.

Insofern ist klar, dass die Kosten für Akkus dringend runter müssen, damit die Elektromobilität auf sicheren Beinen stehen kann. Und tatsächlich sinken die Preise, wie Bain-Berater Klaus Stricker zu berichten weiß:

„Die durchschnittlichen Kosten für Batteriepacks werden 2025 voraussichtlich rund 85 Euro pro Kilowattstunde betragen. Das sind 36 Prozent weniger als 2018. Zudem werden die Autohersteller bis dahin wahrscheinlich weit mehr als 200 neue E-Modelle anbieten und mit einem steigenden Anteil in der Mini- und Kompaktklasse weitere Käuferschichten ansprechen können.“

Quelle: Stern