Mit immer höheren Bußgeldern und verschärften Gesetzen ist Rasern offenbar nicht beizukommen. Das beweist die beständig hohe Zahl an Verkehrstoten auf europäischen Straßen. Zur Lösung dieses Problems ist also etwas mehr Kreativität vonnöten, an der es Experten der EU-Kommission offenbar nicht mangelt. Diese sind nämlich auf den Gedanken gekommen, ein automatisches Bremssystem für neue Fahrzeuge einzuführen.

Zweifelsohne hätte das System namens Intelligent Speed Adaptation (ISA) so seine Vorteile. Keine Knöllchen mehr und auch keine Unfälle, die aufgrund von zu hohen Geschwindigkeiten entstehen. Dies ginge jedoch auf Kosten der Selbstbestimmung. Je nach Art der intelligenten Geschwindigkeitsanpassung mal mehr, mal weniger. Drei Möglichkeiten stehen zur Auswahl.

Die beratende Variante sieht vor, den Fahrzeugführer durch ein Geräusch oder ein optisches Signal darauf aufmerksam zu machen, dass dieser zu schnell fährt. Die Entscheidung, ob die Geschwindigkeit gesenkt wird, obliegt dabei dem Fahrer. In Variante zwei steht es dem Fahrer frei, ob er das System für die Tempolimitierung nutzt oder nicht, während die dritte Möglichkeit ein vorgeschriebenes System vorsieht, welches es dem Fahrer unmöglich macht, schneller als erlaubt zu fahren. Dabei fiele ISA die Entscheidungsgewalt zu, wobei es abschaltbar bleiben müsste, um beispielsweise Überholen zu ermöglichen.

Verbindlichkeit soll Leben retten!

Laut den Verkehrsexperten der EU-Kommission könnte ISA die Zahl der Verkehrstoten um 37 Prozent senken. Bei nicht verpflichtenden Hinweisen auf das Geschwindigkeitslimit läge der Wert dagegen bei lediglich acht Prozent. Kein Wunder also, dass das Interesse der EU an dem System groß ist, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 zu halbieren. Ohne ISA erscheint dies jedoch utopisch, zog die Zahl der Opfer 2015 doch sogar noch an. Insgesamt kamen in den 28 EU-Ländern ganze 26.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Im Schnitt pro Tag also mehr als 71 Menschen.

Insofern ist davon auszugehen, dass der von der EU-Kommission auszuarbeitende Plan darauf hinausläuft, für alle Neufahrzeuge die automatische ISA-Limitbeschränkung einzuführen. Allerdings sind dies bisher nur Gedankenspiele, welche einen steinigen Weg bis in die Realität vor sich haben dürften. Denn selbst die Köpfe, die ISA ersonnen haben, gehen laut ihres Arbeitspapieres davon aus, dass nur wenige Autofahrer das System gutheißen würden.

Quelle: euractiv.de