Stiftung Warentest und ADAC testen Kindersitze: Ein Modell außerordentlich sicher – Eine umfassende Testreihe mit mehr als 400 Kindersitzen wurde durchgeführt. Es ist das erste Mal, dass dabei ein Sieger gekürt wurde, der die Wertungsskala von ADAC und Stiftung Warentest in Sachen Schutz regelrecht sprengt: Denn für Kindersitze wurde bis dato nie eine bessere Wertung in Sachen Sicherheit als die Schulnote 2 erteilt. Doch der Testsieger wurde in dem Teilaspekt mit 0,9 bewertet – schlägt also sogar die Benotung 1.

Wie „Bild“ berichtet, wurde dem Anoris T i-Size von Cybex insgesamt ein „Sehr gut“ mit der Note 1,5 verliehen. Der Grund für die Sicherheits-Teilwertung: Der Sitz verfügt über ein komplexes Airbag-System. Kommt es zu einem Unfall, bläst sich ein Luftpolster auf – in weniger als 15 Millisekunden wird das Kind von den Knien bis zum Kopf geschützt. Der Chef von Cybex, Martin Pos, sprach mit „Bild“.

Pos wörtlich bei dem Portal:

„Der Airbag war der einzige Weg, wie wir beim Crashtest des ADAC ein ‚sehr gut‘ schaffen konnten. Der Sicherheits-Mehrwert ist phänomenal.“ Kräfte, welche bei einem Unfall auf den Kinderkörper wirken, werden vom System seines Unternehmens halbiert. Insbesondere der Nacken sowie Rückenmuskulatur sind bei Kindern nicht stark genug, aufgrund des vergleichsweise schweren Kopfes, den Fliehkräften bei einem Unfall effektiv standzuhalten, wie der „Bild“-Artikel erläutert.

Der Airbag-Sitz Anoris kostet 700 Euro. Ein vergleichsweise hoher Preis, gemessen an anderen Modellen. Pos erläuterte: „Das ist weniger als ein iPhone. Und: Wir verdienen aktuell nichts an dem Modell. Für uns ging es darum, zu beweisen, dass man einen derart sicheren Sitz bauen kann.“

Doch nicht alle Sitze konnten den Kriterien von ADAC und Stiftung Warentest genügen:

Es zeigte sich, dass vier Modelle mit den Flammenschutzmitteln TCPP oder TDCP behandelt worden waren – krebserregende Stoffe – oder aber im Crashtest den Schutzkriterien nicht gerecht wurden. Konkret handelt es sich um die Sitze Walser Kids Experts Noemi (um die 80 Euro), Kinderkraft Comfort Up (rund 70 Euro), Urban Kanga Uptown Model TV107 (149 Euro) sowie Lionelo Antoon RWF (ca. 200 Euro), vor denen der ADAC warnt.

Ein „Gut“ erhielten hingegen Maxi-Cosi Mica Pro Eco i-Size (um die 400 Euro), der Maxi-Cosi Pearl 360 (Inklusive Basis für 630 Euro), der Nuna Todl Next (Rund 610 Euro mit Basis), Recaro Kio (mit Basis um die 580 Euro) sowie der Britax Römer Kindfix M i-Size (ca. 180 Euro), wie „Bild“ auflistet. In Sachen Babyschalen gibt es hingegen im Vergleich zu den Kindersitzen Entwarnung: Alle Modelle konnten ein „Gut“ im Test erringen.

Testsieger:

Die Schale Cybex Aton B2 i-Size (mit Basis rund 240 Euro) sowie Maxi-Cosi CabrioFix i-Size (a. 300 Euro inklusive Basis). Der generelle Rat des Automobilclubs: Kunden sollten darauf achten, „dass sich der Kindersitz stramm und standsicher im Fahrzeug einbauen lässt. Gurte müssen möglichst geradlinig verlaufen und dürfen keine Falten werfen.“ Und: „Vor allem bei Baby-Schalen sollte geprüft werden, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht, um den Sitz sicher anschnallen zu können.“