Es ist ein Urteil, das Furore machen könnte: Ein VW-Händler wurde vom Landgericht München verurteilt, ein verkauftes Auto zurückzunehmen. Der Grund: Der Händler hatte dem Käufer gegenüber nichts von Abgaswert-Täuschungen erzählt. 2017 hatte der Kunde einen Gebrauchtwagen erworben – nicht ahnend, dass in dem VW Sharan 2,0 TDI eine Schummelsoftware arbeitete.

Jetzt muss der Händler per gerichtlichem Beschluss den Wagen zurücknehmen und dem Käufer 16.326 Euro erstatten. Ein Präzedenzfall, wie Markus Klamert, Anwalt bei der Münchner Kanzlei „KMP3G“ gegenüber der „Bild“ betonte: „Unser Haus konnte ein neues Sensationsurteil im VW-Abgas-Skandal erreichen. Es handelt sich um das erste Urteil in Deutschland, bei dem erstmals ein Händler zur Rücknahme des Fahrzeugs wegen arglistiger Täuschung verurteilt wurde.“

Autohaus will in Berufung gehen

Laut Klamert wäre es die Pflicht des Händlers gewesen, den Mann über die Tatsache aufzuklären, dass eine Schummel-Software in dem Wagen installiert war. Es sei nicht die Aufgabe seines Mandanten gewesen, sich vor einem Kauf wegen einer etwaigen Betroffenheit des Autos zu informieren, als Kunde hätte er darauf vertrauen dürfen und können, dass das Auto „sauber“ sei.

Das Autohaus will nun in die Berufung gehen und das Urteil aufheben lassen. Gegenüber der „Bild“ betonte er: „Wir halten das Urteil für rechtsfehlerhaft. Eine Verurteilung aufgrund einer arglistigen Täuschung durch den Händler ist abzulehnen. Dies wird durch die weit überwiegende Rechtsprechung, auch der Oberlandesgerichte, genauso gesehen.“

Quelle: bild.de