Man sollte meinen, dass das Fahren eines motorisierten Vehikels eine spaßige Angelegenheit ist. Nicht umsonst freut man sich von Kindesbeinen an wie Bolle darauf, endlich seinen Führerschein zu machen. Allerdings begreift man hinterm Steuer sehr schnell, dass die Freude am Fahren sehr eng mit dem Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer verknüpft ist und man versteht plötzlich, warum Papa beim Fahren immer so viel geflucht hat.

In der Fahrschule lernt man, stets mit der Dummheit anderer zu rechnen, und in diesem Zusammenhang auch, dass es zuweilen für alle Beteiligten sicherer ist, nicht immer stur auf seinem Recht zu beharren. Am Ende zählt schließlich nur, dass man heil ankommt. Leider gibt es aber immer wieder Idioten, die die Straßen zu ihrem ganz persönlichen Kriegsschauplatz erklären.

Wie so oft im Falle von Dashcam-Videos können wir nicht beurteilen, ob es zu dem folgenden Video womöglich eine nicht gezeigte Vorgeschichte gibt, die den Fahrer des silbernen Toyotas zu seiner Vendetta gegen den Tross Motorradfahrer verleitet haben könnte. Aber selbst wenn, rechtfertigt dies natürlich nicht mal im Ansatz, dass der Spinner mit seiner aggressiven Fahrweise vorsätzlich Leben gefährdet und schließlich sogar einen der Biker touchiert. 

Dass die Kolonne daraufhin versucht, den Amok-Fahrer zu stellen, wird im ersten Moment sicherlich jeder nachvollziehen können. Aber verleiht man damit der Abwärtsspirale nicht bloß noch weiteren Schwung? Zugegeben, es ist manchmal verdammt schwer, aus diesem Karussell auszusteigen. Aber wenn man Leben damit retten kann, dass man einem Arschloch Platz macht, dann sollte man es tun und der Polizei den Rest überlassen.