Pilotprojekt in Karlsruhe: Stadt lässt Ampeln für Fußgänger „immergrün“ – Es ist seit Jahrzehnten ein bekanntes Szenario für Fußgänger: Man erreicht eine Ampelkreuzung und es erfordert einen Knopfdruck, damit es grün wird. Nun wurde das Prinzip in Karlsruhe für einen Modellversuch an zwei Kreuzungen auf den Kopf gestellt: Dort haben Fußgänger konstant grün. Nun ist es an Autofahrern, auf grünes Licht zu warten.

„Grünes Licht“, das ist auch der Name des Pilotprojekts der Hochschule Karlsruhe, die als wissenschaftliche Begleitung fungiert. Für schwächere Verkehrsteilnehmer richtete man an gleich zwei Standorten die „immergrüne“ Ampel ein. Konkret sind dies zwei Fußgänger- und Radfahrerampeln an der Kaiserallee beziehungsweise der Knielinger Allee im Karlsruher Westen. Beide Ampeln bleiben so lange grün, bis sich ein Fahrzeug nähert.

Kommt ein Pkw an die Ampeln, bekommen die schwächeren Verkehrsteilnehmer erst Rot.

Um dies zu ermöglichen, wurden die Ampelanlagen an den beiden Kreuzungen neu programmiert sowie eine Technologie zur Anwendung gebracht, die erkennt, wenn sich Fahrzeuge nähern. Entweder ein am Ampelmast befestigter Radarsensor oder eine in der Fahrbahn untergebrachte Induktionsschleife nimmt Pkw und Lastwagen wahr.

Jan Riel von der Hochschule Karlsruhe betreut das Projekt und erläutert, man wolle im kleinen Rahmen starten und das Angebot ausbauen, wenn die ersten Ergebnisse positiv sind. Matthias Günzel vom Ordnungsamt Karlsruhe betont, man setze hier auch entsprechende Forderungen von Bürgern um.

Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer vor der Umstellung der beiden Ampelanlagen werde beobachtet, um nach Abschluss der Projektphase mögliche Veränderungen feststellen zu können.

Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll eine erste Bewertung vorliegen.

Quelle: swr.de