Ostsee statt Einschulung: Rentner fährt 550 Kilometer in die falsche Richtung – Um der Einschulung seiner Enkelin beizuwohnen, wollte ein Rentner die per Luftlinie gut 100 Kilometer lange Strecke vom osthessischen Bad Hersfeld nach Nidderau mit dem Auto fahren. Normalerweise eine Tour, die um die anderthalb Stunden in Anspruch nimmt, doch es sollte ganz anders kommen.

Der 92-Jährige verfuhr sich nämlich um satte 550 Kilometer und landete letzten Endes an der Ostsee.

Als dessen Vater um 17 Uhr immer noch nicht in Nidderau angekommen war, begann der Sohn des Mannes, sich Sorgen zu machen. Schließlich kontaktierte er die Polizei, um den Senioren als vermisst zu melden.

Dort alarmierte man zunächst die Autobahn-Polizeien, woraufhin alle Rastanlagen und Parkplätze an der Strecke überprüft wurden – ohne Ergebnis. Eine Streife brachte an der Wohnanschrift des 92-Jährigen daraufhin in Erfahrung, dass dieser tatsächlich losgefahren sei.

In den umliegenden Rettungsstationen konnte man den Beamten auch nicht weiterhelfen. Also besorgte man sich eine richterliche Anordnung, um das Handy des Vermissten zu orten.

„Zum Erstaunen der Beamten hatte sich das Mobilgerät im rund 550 Kilometer von Bad Hersfeld entfernten Rostock eingeloggt“, erklärte ein Polizeisprecher.

„Ganz offensichtlich hatte er ein falsches Ziel ins Navi seines Fahrzeugs eingegeben und war mehrere Stunden lang strikt den Anweisungen der Computerstimme gefolgt.“

Wie es der Zufall so will, meldete sich in dem Moment eine Wirtin aus einer Pension nahe Rostock bei dem Sohn und berichtete, dass der Wagen des Vaters eine Reifenpanne und dieser um Hilfe gebeten habe.

Man entschied, dass sich der von der Tour entkräftete Senior über Nacht in dem Gasthaus erholen solle.

Nachdem der Sohn seine Tochter am nächsten Tag dann zur Schule gebracht hatte, machte er sich direkt gen Ostsee auf, um den gestrandeten Vater abzuholen.

An sich sei der 92-Jährige noch fit und ein guter Autofahrer, sollte der Sohn später erklären. Allerdings habe dieser wohl eine Adresse in sein Navi eingegeben, die es sowohl in Nidderau als auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt.

Quelle: bild.de