„Der Krampus hat Dein Auto temporär inaktiviert“: „Öko-Aktivisten“ lassen Luft aus SUV-reifen – Der Montagmorgen sollte für einige SUV-Fahrer in München einen wohl alles andere als freudigen Nikolaustag einläuten: Über Nacht hatte jemand die Reifen der schweren Sports Utility Vehicles geplättet – die Luft war aus ihnen gelassen worden. An der Scheibe erwartete die Besitzer eine schriftliche Notiz, der Gruß vom „Krampus“: „Der Krampus hat Dein Auto temporär inaktiviert!!“

Zur Erläuterung für Leser, die nicht mit dem Adventsbrauchtum Süd- und Ostdeutschlands bzw. Osteuropas vertraut sind: Der Krampus ist eine Sagengestalt, die den Nikolaus in manchen Adventslegenden aus diesen Räumen begleitet. Er dient dem Heiligen als Vollstrecker, erfüllt damit ähnliche Aufgaben wie der er im Norden bekannte Knecht Ruprecht.

Nun lässt er also in München die Luft aus SUV-Reifen:

Schließlich nennt sich die sich zu den Übergriffen bekennende Gruppierung „Aktion Krampus“, die Polizei bestätigte, dass in einigen Straßen der Maxvorstadt und Schwabings „aus mehreren SUVs die Luft rausgelassen worden“ war. Auf der Internetplattform „Indymedia“ veröffentlichte die „Aktion Krampus“ ein Schreiben. In diesem hieß es, man wolle „die überproportional hohe Umweltzerstörung und Klimaerhitzung durch Reiche“ anprangern.

Diese werde auch von der neuen Bundesregierung mitgetragen. Die „Aktivisten“ fordern: „Hoch emittierende CO₂-Maschinen müssen neutralisiert werden, um die Klimakrise zu stoppen.“ In dem Schreiben wandte man sich direkt an die Fahrer der SUVs: „Auch beim Parken verbraucht Deine Karre zu viel Platz. Platz, der uns allen fehlt.“ Auf dem Flyer an den Fahrzeugen heißt es zudem wörtlich:

„Dein Auto ist zu groß, zu teuer […] Das stört uns – Es reicht! Ya Basta!“

Es wird nun geprüft, ob Anzeigen wegen Sachbeschädigung angebracht sind, weil Fahrzeuge möglicherweise zu Schaden kamen. Der Polizei zufolge wurden die Reifen nicht zerstochen, sondern die Ventile aufgedreht. Laut einem Videobericht des YouTube-Kanals „Munich Television“ (s. u.) sollen der Polizei zufolge fünf Fahrzeuge von der „Aktion“ betroffen sein.

Quelle: sueddeutsche.de