„Elektroautos sind ja schön und gut, wenn einer das Zeug haben will – aber für den Schwerlastverkehr taugen die Dinger eh nix, da braucht man Diesel.“ Sorry, dass wir deine Party crashen müssen, Kumpel, aber zumindest das Unternehmen „Nikola“ würde dir vehement widersprechen wollen. Mit dem „Nikola One“ hat man dort einen revolutionären E-Truck in der Mache, für den bereits 7000 Vorbestellungen eingegangen sind, nachdem das Fahrzeug in Form eines 1:1 Modells enthüllt wurde. 2018 sollen erste Tests erfolgen, dann ein dreijähriger Stresstest unter klimatischen Extrembedingungen, wie sie Speditionsfahrzeuge in den USA oder Australien aushalten müssen.

Das Besondere: Die Zugmaschine arbeitet elektrisch mit einem Mix aus Energiequellen-Antrieb und Elektromotor – eine Kombination, die laut Datenblatt des Unternehmens „niemals an der Steckdose geladen“ werden muss. Die Mischung aus 320 kWh-Batterie und Brennstoffzelle soll satte 1000 Pferdestärken bei 2700 Newtonmeter Drehmoment auf den Asphalt bringen – genug Kapazitäten, um dem „Nikola One“ Fahrten von bis zu 1900 Kilometern zu gestatten. Und da ist noch lange nicht Schluss für den Elektroantrieb, eine ursprüngliche Version des Trucks sollte die drei Achsen gar mit 2000 Pferdchen versorgen …

Kraftstoff beim Leasing inbegriffen

In der Grundversion soll die Zugmaschine mit satten 350.000 US-Dollar zu Buche schlagen, mit Ausstattung kann der Preis auf bis zu 415.000 Dollar steigen. Unternehmen und Fahrer können den Truck auch leasen, etwa zu Pauschalen von 5000 oder 7000 Dollar. Das Leasing läuft entweder über eine Strecke von einer Million Meilen oder über einen Zeitraum von 72 Monaten. Wer das für hoch hält, dem sei gesagt, dass der benötigte Kraftstoff für die Brennstoffzelle, Wasserstoff, im Preis inbegriffen ist.

Über 360 Tankstellen in USA und Kanada sollen für eine Füllung an den wichtigsten Strecken ausgerüstet sein. Das Tanken dauert dabei nicht lange, nach 15 Minuten kann die Fahrt weitergehen – und das Netz an Wasserstoff-Tanken soll bis 2019 erweitert werden. Im Hause Nikola ist man von seinem Laster vollauf überzeugt, Firmenboss Trevor Milton spricht vom „Heiligen Gral der Lastwagen-Branche“, der 2021 in den Bau gehen soll. So begeistert ist man, dass man im Unternehmen an einer günstigeren, abgespeckten Variante des Sattelschleppers namens „Nikola Two“ arbeitet. Sowie an einem Fahrzeug für Nicht-Trucker: Das hört auf den Namen „Nikola Zero“, wird ein Buggy mit 300 Meilen Reichweite.