Neuwagen-Richtlinien der EU bis 2022: Warnsysteme werden Pflicht – Die EU-Staaten haben sich auf eine Reihe verpflichtender Sicherheitssysteme für Neuwagen geeinigt. Ab 2020 gilt der Beschluss, der verschiedene intelligente Assistenten und Sicherheitseinbauten vorsieht. Doch Datenschützer sehen manche der Entwicklungen kritisch, überwachen sie den Fahrer doch, so wie etwa eine Alkohol-Wegfahrsperre – und gestalten zudem den Kauf von Neuwagen deutlich kostspieliger.

„Diese neuen Vorschriften werden uns dabei helfen, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten auf den Straßen der EU erheblich zu verringern“, so der finnische Arbeitsminister Timo Harakka.  Sein Land hält momentan den Vorsitz unter den EU-Staaten. Die kommenden Warnsysteme sollen nicht nur alkoholisierte Fahrer erkennen, sondern auch Müdigkeit oder Mangel an Aufmerksamkeit am Steuer. Auch eine Art Blackbox, also ein Unfalldatenspeicher, ist Teil des Pakets.

Es umfasst auch zudem intelligente Geschwindigkeitsassistenten, Notbremslichter, Rückfahrassistenten, Notbremsassistenzsysteme sowie Notfall-Spurhalteassistenten

Der intelligente Geschwindigkeitsassistent etwa greift selbständig auf den Tempomaten des Fahrzeugs zu, um das geltende Tempolimit einzuhalten. Der Fahrer wird eine Abschaltfunktion erhalten, um bei widrigen Verkehrsumständen oder schlechten Witterungsverhältnissen direkte Kontrolle zu haben:

„Eine solche Abschaltfunktion sollte unter der Kontrolle des Fahrers sein. Sie sollte es möglich machen, dass der intelligente Geschwindigkeitsassistent vom Fahrer so lange wie nötig abgeschaltet und leicht wieder eingeschaltet werden kann. Wenn das System abgeschaltet ist, können Informationen zur erlaubten Höchstgeschwindigkeit bereitgestellt werden“, so der Wortlaut der EU-Verordnung.

Die Notbrems- und Spurhalteassistenzsysteme werden für Autos und Lieferwagen Pflicht

Ebenso wie „erweiterte Kopfaufprallschutzbereichen“, die das Leben von Fußgängern und Radfahrern im Falle einer Kollision besser schützen sollen. Laut Einschätzungen der EU-Kommission sollen die neuen Systeme bis zum Jahr 2038 rund 25.000 Verkehrstote sowie 140.000 schwere Verletzungen vereiteln. Gut 90 Prozent aller Unfälle sind laut der EU-Behörde auf menschliches Versagen zurückzuführen – die Systeme sind auch ein Wegbereiter für autonomes Fahren.

Ein umstrittener Punkt der Neuerungen: Große Neuwagen wie Limousinen bringen bereits eine Menge dieser Assistenzsysteme von Haus aus mit, kleinere Fahrzeuge jedoch nicht. Zusammen mit den strengen EU-CO2-Grenzwerten werden Kleinstwagen also noch teurer, manche Hersteller nehmen sie sogar ganz aus dem Programm. Fiat hat sich etwa aus dem Kleinstwagen-Bereich verabschiedet, sodass es für den Fiat 500 sowie den Panda das Aus bedeuten könnte.

Quelle: focus.de