Was die Bekämpfung der gesundheitlichen Gefahren des Passivrauchens betrifft, greift die britische Regierung seit dem 01. Oktober 2015 im Straßenverkehr durch: Das angedrohte Rauchverbot in PKWs wurde ausgesprochen – es gilt, wenn sich Personen unter 18 Jahren mit an Bord befinden.

Satte 85 Euro Bußgeld darf man fortan in Großbritannien berappen, wird man mit Glimmstängel, Zigarre oder Pfeife am Steuer erwischt, sollten dabei Minderjährige mit im Wagen sitzen. Ob das Fenster oder Schiebedach geöffnet ist, spielt vor dem Gesetz keine Rolle, einzig Cabriofahrer bleiben bei offenem Verdeck verschont.

Dieser Schritt geht ursprünglich auf Studien der Universität Aberdeen zurück, im Zuge derer die Feinstaubpartikelbelastung bei Autofahrten mit Rauchern anhand einer entsprechend präparierten Kinderpuppe gemessen worden ist. Und wie sich zeigte, war der dabei ermittelte Wert von 85 Mikrogramm pro Kubikmeter drei Mal höher als der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegte Grenzwert. Selbst das Öffnen der Fenster schafft da eben keine wirkliche Abhilfe. Die Feinstaubbelastung von rauchfreien Fahrten lag dagegen bei lediglich 7,4 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Auch deutsche Ärzte monieren die gesundheitlichen Risiken der Qualmerei im Wagen: „Die Belastung in einem Auto kann man gut vergleichen: Nur eine einzige Zigarette hat dieselbe Belastung, wie wenn man einen Tag lang auf der dicht befahrendsten Straße in Berlin stehen würde“, so Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. Und die Krebsexpertin Martina Pötschke-Langer resümiert in einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, dass selbst bei offenem Wagenfenster dennoch Belastungswerte wie im Inneren einer Raucherkneipe auf die Körper der Autoinsassen einwirken.

Im Fahrwasser solcher Erkenntnisse und dieses Urteils werden naturgemäß auch hierzulande Stimmen laut, die ein entsprechendes Gesetz für deutsche Straßen fordern: „Wir brauchen deutlichere Nichtrauchergesetze in Deutschland und das gilt auch für das Rauchen im Auto. Zwar ist es eine Beschneidung der freiheitlichen Rechte, aber ich als Arzt bin für diese Beschränkung zugunsten eines besseren Gesundheitszustandes der Menschen“, sagt Andreas Stang, Professor am Universitätsklinikum Essen im Bereich der Krebs-Epidemologie und setzt nach: „Kinder sind heutzutage häufiger dick als früher, und wenn sie zudem noch Passivrauchen ausgesetzt sind, treten noch wahrscheinlicher Gesundheitsschäden auf.“

Auch wir befürworten einen solchen Schritt, kommen aber nicht umhin zu bemerken, dass es ganz einfach nur traurig ist, dass ein solches Gesetz überhaupt nötig ist.