Neue Regeln: Das ändert sich 2022 für Autofahrer – Das neue Jahr steht schon in den Startlöchern und hat einige Neuerungen für Autofahrer im Gepäck. Am deutlichsten dürften dabei die Pläne der Ampelkoalition zu spüren sein, bis 2030 15 Millionen Elektroautos auf die Straße zu bringen, wollen diese doch durch höhere Steuern finanziert werden. Der Autoclub Europa (ACE) erklärt, was im neuen Jahr auf uns zukommen wird.

1. Steigende CO2-Steuer

„Zum 1. Januar 2022 tritt die nächste Stufe der CO2-Bepreisung in Kraft und erhöht sich von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne CO2. Da vor allem fossile Brennstoffemissionen für Verkehr und Wärme mit dem CO2-Preis belegt werden, steigt auch der Preis von Diesel um 1,6 Cent pro Liter und der Liter Benzin wird durchschnittlich 1,4 Cent teurer“, so der ACE.

Zwar kommen hinsichtlich des Benzinpreises viele Faktoren zum Tragen, doch den größten Anteil haben die Steuern. Knüppeldick könnte es vor allem für Dieselfahrer kommen, da die Ampel erwägt, den Steuersatz dem von Benzin anzugleichen. Damit schösse der Preis für Diesel auf einen Schlag um 18 Cent in die Höhe.

Betroffen sind aber nicht nur Autofahrer, sondern auch Millionen Mieter und Hausbesitzer, denn die Steuern für Heizöl und Erdgas steigen ebenfalls.

2. Alte Führerscheine werden ungültig

Das Ende der guten alten „Lappens“ ist gekommen: Wer noch einen unbegrenzt gültigen Papierführerschein besitzt, muss diesen nun gegen die moderne Variante im EU-Scheckkartenformat umtauschen. Dieser kommt allerdings mit einem Ablaufdatum daher und muss von daher regelmäßig erneuert werden. Eine erneute Prüfung ist dazu nicht vonnöten.

2022 endet die erste Frist des gestaffelt organisierten Umtausches. Der ACE dazu: „Wer zwischen 1953 und 1958 geboren wurde und einen Führerschein besitzt, der vor dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurde, muss diesen zügig umtauschen. Die Umtauschfrist läuft zum 19. Januar 2022 aus. Die Jahrgänge 1959 bis 1964 haben noch ein Jahr länger Zeit.“

Im Falle einer Polizeikontrolle ist man bei einem nicht erfolgten Umtausch zwar nicht wegen Fahrens ohne Führerscheins dran, ein Verwarngeld wird aber dennoch fällig.

3. Neuwagen mit verpflichtenden Assistenz- und Messsystemen

Die EU erfasst bereits jetzt über ein Verbrauchsüberwachungssystem Daten, will aber vor allem mit Blick auf die Verkehrssicherheit noch mehr Systeme verpflichtend einführen – so zum Beispiel die Tempobremse oder auch Notbremsassistenten und Müdigkeitswarner.

Während die Kosten für Neuwagen im Niedrigpreissegment und bei Kleinwagen damit steigen werden, dürfte sich im Kompakt- und Premiumsegment nichts ändern, wo derlei Helferlein bereits Standard sind.

Ab 2022 sollen folgende Fahrerassistenzsysteme für alle neuen Fahrzeuge verpflichtend eingeführt werden:

  • Intelligenter Geschwindigkeitsassistent (ISA – Intelligent Speed Assistance, oder auch einfach „Tempobremse“)
  • Vorrichtung zum Einbau einer alkoholempfindlichen Wegfahrsperre
  • Warnsystem bei Müdigkeit und nachlassender Aufmerksamkeit des Fahrers
  • Warnsystem bei nachlassender Konzentration des Fahrers
  • Notbremslicht (Bremslichter blinken bei Vollbremsung in schneller Folge)
  • Rückfahrassistent
  • Ereignisbezogene Datenerfassung („Black Box“)
  • Notbrems-Assistenzsystem
  • Notfall-Spurhalteassistent

Datenerfassung des Verbrauchs und des CO2-Ausstoßes

4. Keine Förderung mehr für reichweitenschwache Plug-in-Hybride

Weisen Hybride eine schlechte E-Reichweite auf, fallen diese aus der staatlichen Förderung.

Der ACE erklärt dazu: „Ab dem 1. Oktober 2022 erhalten Käuferinnen und Käufer eines Plug-In-Hybrids nur noch eine Förderung vom Staat, wenn das Fahrzeug über eine elektrische Mindestreichweite von 60 Kilometern verfügt. Bislang musste entweder die Mindestreichweite von 40 Kilometern gegeben sein oder das CO2-Kriterium, das einen maximalen CO2-Austoß von 50 Gramm CO2 auf einen Kilometer vorschreibt. Letzteres fällt nun als Förderkriterium weg.“

Geplant ist ampelseitig sogar, sämtlichen Hybriden die Förderung zu entziehen. Ein Schritt, den Umweltverbände schon länger fordern.

Quelle: focus.de