Nach Gerichtsurteil: Verband fordert höhere Strafen für SUV-Fahrer – Nachdem kürzlich das Amtsgericht Frankfurt ein höheres Bußgeld beschloss, weil mit einem SUV über eine rote Ampel gefahren worden war, fordert der Fußgängerverband Fuss nun generell härtere Strafen bei Vergehen mit schweren Autos. Wie der Verbandssprecher Roland Stimpel betonte, sei das Fahren eines SUV grundsätzlich gefährlicher für andere Verkehrsteilnehmer.

„Bei einem niedrigen Fahrzeug mit einer runden Front kann man zwar auch übel gestoßen werden, aber man kann noch ein wenig abrollen“, so Stimpel.

Bei SUVs sei die Frontpartie hingegen hoch und senkrecht und die Sicht der Fahrer oftmals hoch angesetzt. Insbesondere kleine Kinder könnten dadurch leicht übersehen werden.

In dem eingangs erwähnten Gerichtsurteil war die Regelstrafe von 200 Euro auf 350 Euro hochgesetzt worden, nachdem ein SUV-Fahrer an einer Ampel geblitzt worden war, die bereits seit mehr als einer Sekunde auf Rot stand.

Die Richter erklärten in der Urteilsbegründung, dass das Verletzungsrisiko etwa für Fußgänger durch die kastenförmige, hohe Form der Geländewagen wesentlich größer sei.

Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig und muss dem Amtsgericht zufolge erst noch durch das Oberlandesgericht.

Der Fußgängerverband befürwortet die Entscheidung des Gerichts, allerdings sollten sich derart höheren Strafen nicht nur auf SUVs beschränken, seien diese doch rechtlich schwer von anderen Fahrzeugen wie etwa Transportern und Minivans abzugrenzen, die ähnliche Eigenschaften aufwiesen.

Von daher sollte Fuss zufolge gelten: „Je schwerer und verletzungsträchtiger eine Front konstruiert ist, desto höher muss Buße für diejenigen sein, die leichtsinnig fahren.“

Doch nicht nur Autofahrer stünden in der Verantwortung: „Bei der Konstruktion von Autos sollte man aber nicht auf nur die Bedürfnisse des Autofahrers achten, sondern auch auf die Sicherheitsbedürfnisse aller anderen, die auf der Straße unterwegs sind.“

Der ADAC ließ das Urteil aus Frankfurt zunächst unkommentiert. Ein Sprecher erklärte lediglich, dass es sich um einen schwierigen Fall handle und noch nicht genau klar sei, warum das Bußgeld erhöht worden war. Aus dem Urteil geht nämlich hervor, dass der SUV-Fahrer bereits Voreintragungen im Fahreignungsregister habe.

Quelle: n-tv.de