25 Prozent der Unfälle auf deutschen Straßen sind auf den Sekundenschlaf zurückzuführen, der damit ein vergleichbar hohes Risiko darstellt wie Alkohol oder Drogen am Steuer. Während man jedoch recht einfach vermeiden kann, betrunken zu fahren, beschleicht selbst ausgeschlafene Autofahrer beim Fahren immer wieder eine vermeintlich unerklärliche Müdigkeit. Eine australische Studie ist diesem Phänomen auf den Grund gegangen.

Laut den Ergebnissen der RMIT Universität in Melbourne übt die Niedrigfrequenzvibration des Fahrersitzes einen maßgeblichen Einfluss auf die Wachsamkeit des Fahrers aus. Experimente mit einem besonderen Simulator, dessen Sitz auf unterschiedliche Vibrationsstufen eingestellt werden kann, zeigten, dass sich bei einer Frequenz zwischen vier und sieben Hertz bereits nach 15 Minuten Müdigkeit einschlich. Eine weitere Viertelstunde später hatten die Probanden bereits Probleme, ihre Konzentration und ihre kognitiven Fähigkeiten aufrechtzuerhalten. Und das, obwohl diese gesund und ausgeschlafen in das Experiment gestartet waren.

Die Müdigkeit bereitet in der Folge sowohl aus physischer als auch aus psychischer Sicht Probleme bei der Bewältigung von mentalen Aufgaben, was laut den Experten wiederum auf den veränderten Herzschlag zurückzuführen ist. Um die Ergebnisse sinnbringend zu verwerten, sei nach Professor Mohammad Fard jedoch noch weitere Arbeit nötig:

„Wir haben vor, eine größere Personengruppe zu untersuchen. Dabei soll insbesondere herausgefunden werden, inwiefern das Alter die Empfindlichkeit gegenüber Vibration prägt. Also, nicht nur inwiefern sie die Müdigkeit beeinflusst, sondern auch die Gesundheit.“

Die Frage ist also, ob sich der Fahrer durch sanftes Rütteln in bestimmten Frequenzen am Ende nicht sogar wach halten ließe. Sollten weitere Forschungen derlei „positive Frequenzen“ zutage fördern, wolle man auf lange Sicht die Autohersteller informieren, in der Hoffnung, dass die Ergebnisse in den Autobau mit einfließen und die Straßen damit sicherer werden.

Quelle: sputniknews.com