Die Etablierung des autonomen Fahrens ist eine enorme Herausforderung für die deutsche Autoindustrie. Einer derartigen Mammutaufgabe stellt man sich nicht allein, weshalb die großen Unternehmen derzeit an einem epischen Bündnis schmieden. Giganten wie Volkswagen, BMW und Daimler, dazu noch Zulieferer wie Bosch und Continental … die Zukunft des Fahrens an einem Tisch.

Einem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge prüfen führende Hersteller und Zulieferer, ob und wie ein gemeinsames System für computergelenkte Autos entwickelt werden könnte. Offenbar ist eine Zusammenlegung der Entwicklungsaktivitäten auch mit Blick auf Batteriezellen im Gespräch, und selbst die Offenlegung von Patenten denkbar.

Die Allianz, vorangetrieben vor allem von Volkswagen-Chef Herbert Diess und BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, ist dabei als offenes Bündnis angedacht, dem später noch andere Hersteller und Technikkonzerne werden beitreten können. Derzeit widmen sich hochrangige Arbeitsgruppen den Details, bis die Konzernchefs der beteiligten Unternehmen dann im März über die zukünftige Zusammenarbeit entscheiden werden. Immerhin stehen noch viele Fragen im Raum. Etwa welche Technik als Basis dienen soll und wer in dem Bündnis letztendlich welche Rolle übernimmt.

Zusammenarbeit aus der Not heraus

Dass große Unternehmen ihre Kräfte bündeln, ist im Bereich des autonomen Fahrens nichts Neues und aus Sicht der Autobauer, die mit stagnierenden Absätzen, schrumpfenden Gewinnen und Aktienkursen im Dauertief zu kämpfen haben, offenbar bittere Notwendigkeit. So investierte BMW Milliarden in ein gemeinsam mit Intel und Fiat Chrysler entwickeltes autonomes Fahrzeug, das bereits 2021 auf Autobahnen längere Strecken ohne Fahrer absolvieren soll, während Daimler ein ähnliches Projekt in Kooperation mit Bosch vorantreibt.

Und auch Volkswagen hat unlängst eine Zusammenarbeit mit Ford beschlossen, die sich zunächst der gemeinsamen Entwicklung von Transportern und Pick-ups widmet, um dann auf selbstfahrende Autos, Mobilitätsdienste und Elektroautos ausgeweitet zu werden.

Das aktuelle Megabündnis bildet da allerdings nochmal eine ganz andere Größenordnung, mit fast schon historisch zu nennenden Ausmaßen. Eines ist damit also schon einmal garantiert: Die Zukunft des Fahrens bleibt spannend.

Quelle: spiegel.de