Der „Splinter“: Das weltweit erste Supercar aus Holz – Designer und Konstrukteur Joe Harmon aus Mooresville ist offenbar ein äußerst ambitionierter Mensch. Denn es hat ihm nicht genügt, einfach nur seinem lebenslangen Wunsch entsprechend ein eigenes Auto zu entwerfen und zu bauen, es musste sich dabei auch noch um einen Hochleistungssportwagen handeln. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, sollte dieses auch noch ausgerechnet aus Holz bestehen.

Was im ersten Moment womöglich nach einer Schnapsidee klingt, ergibt bei näherer Betrachtung durchaus Sinn. Joe betont, dass Holz unser einziges natürlich nachwachsendes Baumaterial darstellt, biologisch abbaubar ist und eine geringe Menge an Energie zur Herstellung benötig. Außerdem habe Holz ein besseres Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht als Stahl und Aluminium.

Inspiriert von einem berühmten Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs, der „de Havilland Mosquito“, welches ebenfalls fast vollständig aus Holz bestand, nahmen die Entwicklung und der Bau des „Splinter“ (zu Deutsch: Splitter) als Hochschulprojekt an der North Carolina State University ihren Anfang. Das Ziel war dabei von Anfang an klar: Bei der Konstruktion des Autos sollte Holz in einer Verbundbauweise in jeder möglichen Anwendung zum Einsatz kommen.

Insgesamt sollte es rund neun Jahre dauern, bis Joe und sein Team das Projekt zu einem erfolgreichen Ende bringen konnten. Jahre, in denen Kreativität und Erfindungsreichtum gefordert waren. So musste das Team beispielsweise zwei spezielle Webstühle entwerfen und bauen, mit denen Furnierstreifen zu einem Stoff verwebt werden konnten, um die für das Karosseriedesign erforderliche Krümmung zu erreichen.

Das Chassis indes besteht aus einer Reihe von gebogenen und geformten Laminaten, vernietet und zusammengeklebt, wobei für jede einzelne Komponente eine eigene Form gebaut werden musste, um schließlich die Gesamtstruktur bilden zu können.

Harmon zufolge bringen die meisten Menschen Holzfahrzeuge nicht unbedingt mit Hochleistung in Verbindung. „Sie stellen sich eher ein Kanu aus einem ausgehöhlten Baumstamm oder einen klapprigen Wagen aus zusammengenagelten Brettern vor“, erklärt der Industriedesigner auf seiner Website.

Sein Splinter jedoch verfügt über einen 600 PS starken Sieben-Liter-V8 und Sechsgang-Schaltgetriebe. Nicht schlecht für einen Flitzer, der zu 90 Prozent aus Holz besteht. Sogar ein großer Teil der Aufhängungskomponenten und Räder wurde aus dem natürlichen Werkstoff gefertigt.

„Verbundwerkstoffe wie Kohlefaser oder Glasfaser sind seit Jahrzehnten in Autos zu sehen, aber ein Auto, das Holzverbundwerkstoffe in dem Ausmaß verwendet, wie es der Splinter tut, wurde noch nie gebaut“, betont Harmon stolz.

Er gibt zwar zu, dass der Splinter nicht komfortabel und vielleicht unpraktisch ist, Ziel bei der Entwicklung dieses Autos sei es aber gewesen, neue Ideen und Wahrnehmungen von Holz zu erforschen. Und das ist Joe und seinem Team fraglos gelungen.

Quelle: stuff.co.nz