Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Der eine steht auf schlanke Linien, der andere halt eher auf eine Kardashian. Und so dürfte auch der Wagen, den wir euch heute vorstellen möchten, äußerst unterschiedliche Reaktionen unserer Leserschaft zur Folgen haben. Bevor die Hater aber nun erwartungsfroh mit den Fingern knacken, wollen wir nicht vergessen dass nicht nur die reine Optik, sondern auch die handwerkliche Leistung dahinter zählt. Und zwei tote Fahrzeuge zusammenzufügen und in bester Frankenstein-Manier zu neuem Leben zu erwecken, das vermag nicht jeder.

Man könnte nun meinen, Kyle Scaife sei ganz einfach noch nicht fertig. Tatsächlich mag der Kanadier seinen 1967er-Mustang genau so, wie er ist: Verdammt „low“ und mit einer gewissen Prise Rat-Rod-Style. Soll heißen, vermeintlich aus Restteilen zusammengezimmert, mit einem gezielt abgenutzten und unfertigen Aussehen, meist ohne Farbe, dafür aber gerne mal mit Rost. Dabei steht das windige Äußere ganz bewusst im krassen Gegensatz zu den inneren Werten.

So pocht auch in unserem Vintage-Mustang das kraftvolle 5.7-Liter-LS1-Herz einer 1999 C5 Chevy Corvette, der bei dieser Gelegenheit auch gleich noch der Antriebsstrang entnommen wurde, um die V8-Power angemessen auf die Straße zu übertragen. Und das dürfte man so dicht über dem Asphalt nur allzu deutlich spüren.

Im Kern ist der Wagen mehr Corvette als Mustang, dessen Karosserie Kyle nicht aus Enthusiasmus, sondern vor allem deshalb gewählt hat, weil der Radstand dem einer C5 zumindest „nahe genug“ kommt. Und so empören sich auch immer wieder Fans beider Lager, werfen Kyle vor, einstmals wunderbare Autos ruiniert zu haben. Aber zur Beruhigung aller sei gesagt, dass sich keines der beiden Spenderfahrzeuge in einem wiederherstellbaren Zustand befand, bevor Kyle die Funken fliegen ließ.