Lebensrettende Innovation oder ein weiterer Nagel im Sarg des Datenschutzes? Autoversicherer bieten ihren Kunden ab dem 4. April einen automatischen Unfallmeldedienst an. Das System soll auf kurz oder lang zur Grundausstattung von Neuwagen gehören, bis dahin tut es ein Stecker, der über die Zigarettenanzünder-Buchse betrieben wird.

Bei einem Zusammenstoß registrieren die darin verbauten Beschleunigungssensoren den Unfall und senden via Bluetooth eine entsprechende Information an das Smartphone des Fahrers. Dieses wiederum kontaktiert automatisch die Notrufzentrale, stellt eine Sprachverbindung her und sendet zugleich den derzeitigen Standort sowie die letzte Fahrtrichtung. Doch auch bei kleineren Pannen oder Blechschäden soll das System sich als nützlich erweisen, indem der jeweilige KFZ-Versicherer darüber den Unfall direkt aufnehmen und Hilfe organisieren kann.

Wer nun beunruhigt ist und die totale Überwachung fürchtet, den beruhigen die Anbieter mit der Beteuerung, dass nur wenige Daten über das Smartphone übermittelt werden, und dann auch nur nach einem Unfall oder manuellem Anruf seitens des Fahrers. Rückschlüsse auf die Fahrweise oder Bewegungsprofile zu erstellen, sei mit dem Unfallmeldedienst angeblich nicht möglich.