Wir würden uns jetzt nicht unbedingt das Poster einer Versicherungsgesellschaft an die Wand hängen, aber je mehr wir über die weltweit führenden Versicherer von Liebhaber-Fahrzeugen erfahren, desto sympathischer wird uns das in Michigan ansässige Unternehmen. Anstatt nur Akten im Büro umher zu schubsen, restauriert man im Hause Hagerty nämlich zu Werbe- und Schulungszwecken nebenher mit viel Liebe totgeglaubte Klassiker und präsentiert den Schaffensprozess in Form aufwändiger und vor allem lehrreicher Zeitraffervideos auf YouTube. Neben den „Redline Rebuild“-Clips findet man auf dem Kanal aber noch eine ganze Reihe weiterer spannender Geschichten, wie zum Beispiel die „Classic of the Year“-Reihe.

Um die Macher einfach mal zu zitieren: „Hunderte von Hagerty-Mitarbeitern verbringen ihre Tage damit, mit Kunden über ihre Autos zu sprechen. Vor einigen Jahren haben wir uns entschlossen, diese Geschichten zu sammeln, und das gesamte Unternehmen jeden Monat über ihren Favoriten abstimmen lassen, der dann zum Klassiker des Monats gekürt wird. Am Ende des Jahres werden diese zwölf Autos dann zur finalen Wahl gestellt, um Hagertys Klassiker des Jahres zu ermitteln.“

Die folgende Geschichte ist der Titelträger des Jahres 2016, und das nicht nur, weil darin ein 1970er Dodge Challenger eine Hauptrolle spielt. Wir lernen darin auch Richard Schmidt kennen und erfahren, wie er seine Ehefrau Kitty kennenlernte. Ein Prachtweib wie es scheint, sagte sie doch kurz nach der Hochzeit zu Richard: „Warum gönnen wir uns zu deinem Geburtstag nicht ein Auto? Du kannst haben, was immer du willst, aber es muss ein Cabriolet sein.“ Und wenig später durchquerten die beiden mit einem fabrikneuen Challenger das Land.

Nach sechs Jahren zeigten sich nicht nur Verschleißerscheinungen an dem Wagen, mit Blick auf den Nachwuchs musste auch eine familienfreundlichere Kiste her. Also verschwand der Dodge in der Garage, wo Richard immer mal wieder daran arbeiten konnte. Letzten Endes mangelte es aber an Zeit, so dass das Projekt über den Zeitraum von 40 Jahren unvollendet bleiben sollte.

Im Jahr 2013 erlag Kitty dem Krebs und Richard fiel in ein tiefes Loch. Sein Sohn fasste daraufhin den Entschluss, das Auto, welches Kitty und Richard so viel bedeutet hatte, restaurieren zu lassen – und schleifte seinen ahnungslosen Vater, als es soweit war, zu einer Autoshow. Dort wurde er nicht nur von Freunden und Familie erwartet, sondern auch von seinem zu neuem Leben erweckten Dodge Challenger, der seiner verstorbenen Frau zu Ehren nun das Nummernschild „MIS U KIT“ trägt.