Kein Name steht so für lauten Motorendonner und blitzendes Chrom wie Harley-Davidson. Doch das Unternehmen klagt über sinkende Absatzzahlen, im letzten Jahr ganze 10,2 Prozent. Der Wert der Aktie ist in den letzten beiden Jahren gar um die Hälfte gesunken. Kein Wunder also, dass sich die Traditionsschmiede neu orientieren möchte. Einem CNN-Bericht zufolge beobachtet Harley-Davidson gerade bestimmte Firmen für Elektromobilität.

In dem Bericht heißt es: „Neue Transportunternehmen wie Bird und Lime haben Tausende von mietbaren E-Rollern in Städten auf den Markt gebracht, stehen aber weiterhin vor Fragen der Produktqualität und -sicherheit. Harley-Davidson ist der Meinung, dass es besser gehen kann, indem wir umweltfreundliche, aber spannende Leistung für kurze Strecken liefern.“

Gegenüber CNN bezeichnete Marc McAllister, Vizepräsident des Produktportfolios bei Harley-Davidson die Entwicklung als „große Chance“. „Wie können wir Leuten, die heute Bird und Lime verwenden, ein viel besseres Erlebnis mit einer Harley-Davidson-Marke und dem Lifestyle bieten?“ Wer das Unternehmen noch mit klassischen, gewaltigen Choppern in Verbindung bringt, wird in Zukunft also wohl umdenken müssen.

Goodbye Boomer, hallo Millenials

Denn die neue Zielgruppe des Unternehmens ist laut einem Bericht der Auto-Webseite „Jalopnik“ nicht länger der „Baby Boomer“, der ein Motorrad will, sondern der sicherheitsbewusste Millenial als Teil einer jungen Käuferschicht. Der steht eben auf Elektroroller und E-Bikes. Nicht verraten hat das Unternehmen CNN hingegen, ob es die neuen E-Mobilität-Produkte verkaufen oder doch vermieten will.

Ebenso stellt sich die Frage, ob ein Anbieter, der bislang tolle Motorräder gebaut hat, auch ebenso tolle Elektrofahrzeuge konstruieren kann. Erst Anfang 2019 veröffentlichte Harley-Davidson zwei Konzeptfahrzeuge für E-Bikes, die ihr euch im Video unten zu Gemüte führen könnt. Die setzen nicht auf Pedale, sondern auf einen klassischen Gashahn wie ein Motorrad oder Moped.

Unklar ist daher, wen Harley-Davidson auf diese Weise für seine Pedelecs „ohne Ped“ gewinnen will, bräuchte man für solche Fahrzeuge doch schon wieder eine Versicherung und Registrierung, die für schwächere E-Bike-Versionen nicht notwendig sind. Die Zeit wird zeigen, ob Harley-Davidson den Sprung weg von der klassischen Motorradmarke schafft und dabei eine komplett neue Käuferschicht von sich überzeugen kann. Viele betrachten dies mit Skepsis.

Quelle: jalopnik.com