Gerichtsurteil wegen Mittelfinger: Autofahrer wird zu Gefängnisstrafe verdonnert – Zorn und Autofahren sind zwei Dinge, die nicht besonders gut harmonieren. Das musste auch ein 33-jähriger Inder namens Aniket Patil kürzlich feststellen, der sich aufgrund eines Wutausbruches hinter dem Steuer vor Gericht verantworten musste. Sein Vergehen: Er hatte einer Frau den Mittelfinger gezeigt.

Diese habe sich der „Times of India“ zufolge gemeinsam mit ihrem Sohn auf dem Weg ins Büro befunden, als von links ein rotes Fahrzeug auf sie zugerast kam, dessen Fahrer sie bei dem Versuch, aggressiv zu überholen, offenbar zur Seite drängen wollte.

An einer Kreuzung kamen die beiden Fahrzeuge vor einer roten Ampel schließlich zum Stehen, woraufhin Patil das Fenster herunterkurbelte, der 66-Jährigen und ihrem Sohn den Mittelfinger entgegenstrecke und brüllte:

„FXXK dich, verdammte SchXXXXX!“

Während die Frau sich ihren Schock nicht anmerken zu lassen versuchte, wollte ihr Sohn sich die Nummer nicht gefallen lassen. Also griff er zum Steuer, um dem 33-Jährigen den Weg zu versperren und den Rowdy zur Rechenschaft zu ziehen.

So konnte Patil verhaftet werden, gegen den daraufhin unter anderem wegen sexueller Belästigung und einer schamverletzenden Geste gegenüber einer Frau ermittelt wurde. Der Fall landete vor Gericht, wo Patil zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt wurde.

Der Richter erklärte: „Jede Frau in einer Gesellschaft hat das Recht, in Würde zu leben. Bei einem derartigen Verbrechen (...) handelt es sich um einen Angriff auf ihr Grundrecht, in Würde zu leben.“

Eine Freilassung auf Kaution schloss das Gericht aus, sei der Angeklagte doch alt genug, um sich der Konsequenzen seines Handelns bewusst zu sein.

„Wenn in einem solchen Fall ungerechtfertigte Nachsicht mit dem Angeklagten geübt wird, sendet dies ein falsches Signal an die Gesellschaft.“

Hierzulande gilt das Zeigen eines „Stinkefingers im Straßenverkehr“ als Beleidigung und nicht als Ordnungswidrigkeit, für die nach § 185 Strafgesetzbuch (StGB) entweder eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr fällig werden. Die Höhe des Bußgeldes wird dabei in Tagessätzen bemessen, die vom monatlichen Nettoeinkommen des Täters abhängig sind.

Quellen: tag24.de , bussgeldkatalog.org