Wir haben hier in unserer gemütlichen kleinen Männerecke ja schon über so manch selbst gebautes Gefährt berichtet, aber die nun folgende Geschichte hat in vielerlei Hinsicht eine ganz besondere Qualität. Nicht nur aufgrund des im Autobau eher untypischen Materials, sondern auch wegen der Motivation und dem Plan, der dahintersteckt. Bienvenido Ortega möchte nämlich mit einem VW-Käfer von seinem Heimatland Peru aus nach New York fahren, um seiner Tochter einen langgehegten Wunsch zu erfüllen. Und als wäre das an sich nicht schon eine schöne Geschichte, gilt es dabei noch zu bedenken, dass die Karosserie des Wagens komplett aus Holz besteht.

Töchterchen Enelie zählte gerade mal 13 Lenze, als sie im Jahr 2015 ihrem Vater gegenüber äußerte, auf ihre Quinceañera – eine traditionelle Feier anlässlich des 15. Geburtstages, die den Übergang vom Kind zur Frau ehrt – verzichten zu wollen, wenn dieser ihr dafür ein Auto aus Holz bauen und nach New York bringen würde.

Der Schreinermeister nahm diesen Wunsch für bare Münze und machte sich, vom Ehrgeiz gepackt, sogleich an die Arbeit. 2017 war es dann soweit, und Bienvenido begab sich mit „Woody“, einem in Holz eingekleideten Chevrolet, auf die lange Reise. Allerdings kamen die zwei nicht weit, da Woody bereits im Nachbarland Kolumbien mit einem Motorschaden den Geist aufgab und wegen bürokratischer Probleme dort zurückgelassen werden musste.

Man on a Mission

Einen Vater, der versucht, seine Tochter glücklich zu machen, hält das jedoch nicht auf – und so begann Ortega von neuem. Diesmal sollte es jedoch ein VW-Käfer sein, weil „er relativ klein ist und der Motor kein Wasser benötigt. Er ist sehr beständig und einfacher zu reparieren. Außerdem wollte ich sowieso immer einen Volkswagen für mich selbst bauen. Es war gar nicht so schwer.“

Chassis und Motor entnahm Ortega zwei baugleichen Fahrzeugen Baujahr 1978. Die aufwendig gearbeitete Karosserie drumherum fertigte er aus Mohena, einem leichten, Mahagoni-ähnlichen Holz, welches in Peru häufig im Möbelbau zum Einsatz kommt. Bei der Gelegenheit gönnte Ortega dem Wagen im Gegensatz zum Original gleich noch ein weiteres paar Türen und schnitzte einen liebevollen Geburtstagsgruß nebst Herz in einen hölzernen Dachaufbau:

„Für meine Tochter Eneli“. Abschließend trug Ortega noch eine ordentliche Schicht Öllack auf, um das Holz vor Wettereinflüssen zu schützen, und fertig war Kunstwerk Numero dos.

Bereits Ende März machte sich der Superdad abermals auf den Weg, um es pünktlich zum 17. Geburtstag seiner Tochter am 5. Juli nach New York zu schaffen. So früh zu starten war eine weise Entscheidung, da Ortega aktuell schon wieder in Kolumbien festhängt.

Allerdings ist er zuversichtlich, schon bald die benötigten Ersatzteile beschafft zu haben, um die Reise fortsetzen und den Wunsch seiner Tochter erfüllen zu können. Wir drücken dem Mann aus tiefstem Herzen die Daumen!

Quelle: bild.de