Fünf Jahre Entwicklungszeit: Taliban enthüllen eigenen „Supersportwagen“ – Nachdem sie Medienberichten zufolge fünf Jahre lang daran gearbeitet haben, haben die Taliban nun ihr eigenes „Supercar“ enthüllt. Der Wagen hört auf den Namen Mada-9 und ist ein Prototyp. Für etablierte Supersportwagen dürfte der schnittig aussehende Mada-9 aber wohl keine Bedrohung darstellen – denn unter der Haube kann er bislang nicht mithalten.

30 Ingenieure des Afghanischen Instituts für Technische Berufe (ATVI) sollen einem Bericht des Portals „LADbible“ zufolge fünf Jahre lang am Mada-9 geschraubt haben. Von außen sieht der Wagen rasant aus, doch bekanntermaßen erfordert ein Supercar auch eine Leistung sowie einen Sound, die einen mitreißen. Unter der Haube des Mada-9 werkelt hingegen lediglich der Motor eines Toyota Corolla, wenngleich auch laut Angaben der Taliban modifiziert.

#the_unseen_afghanistan

Posted by ENTOP on Thursday, December 29, 2022

Die haben weitere Pläne mit dem Wagen:

Wie Ghulam Haidar Shahamat, der Direktor des ATVI, angibt, haben die Ingenieure den Motor auf eine Weise verändert, die ihn „mächtig genug“ machen soll, als man das von einem Schrägheckmotor erwarten dürfe. In Zukunft möchte man auch einen elektrischen Antriebsstrang in den Mada-9 verbauen, denn auch nach fünf Jahren Entwicklungszeit handelt es sich bei diesem Fahrzeug noch um einen Prototypen. Ein Sprecher der Taliban bezeichnete diese Entwicklung als Ehre für Afghanistan.

Demnach sei der Prototyp ein Beispiel für die wissenschaftliche Entwicklung, zu der das Land fähig sei, heißt es bei „LADbible“. Andere Regierungsvertreter der Taliban betonten, sie hoffen, dass die Entwicklung dieses Autos helfen könne, das internationale Bild Afghanistans zu verbessern. 2021 gingen Bilder des planmäßigen Rückzugs der US-Streitkräfte aus dem Land um die Welt, bei dem unzählige Personen versuchten, an Bord der startenden Maschinen zu gelangen und dabei alles riskierten, nur um dem Regimewechsel zu entgehen.

#afghan_supercar

Posted by ENTOP on Monday, December 5, 2022

Seitdem bangen Dolmetscher, Helfer und Verbündete der ausländischen Streitkräfte vor Ort und vor allem Frauen in dem Land um ihr Leben

Um die Menschenrechte ist dort nicht gut bestellt, zuletzt hatten Entscheidungen der Taliban weltweit für Aufsehen gesorgt, nach denen Frauen und Mädchen nicht mehr zu Schule gehen oder ohne männlichen Verwandten reisen dürfen. Auch der Zugang zu öffentlichen Orten wie Parks ist ihnen strikt untersagt. Vergehen werden brutal geahndet. Die streng islamgläubigen Taliban setzen auf Körperstrafen nach dem Gesetz der Scharia wie Steinigung, Teeren, Auspeitschen, Folter, Verstümmelung und Enthauptung für bestimmte Vergehen.

Zugang zu bestimmten sozialen Medien, Produkten oder etwa manchen Videospielen ist Menschen in dem Land vom Regime zudem streng untersagt, da diese „die junge Generation in die Irre führen“ würden. Bei ihrer Machtübernahme im Land hatten die Taliban behauptet, sie wollten eine „modernere“ Regierung etablieren, die es Frauen erlaube, sich an der Gesellschaft zu beteiligen und zu ihr beizutragen. „Wir wollen, dass die Welt uns vertraut“, so ein Sprecher der Taliban seinerzeit.

Ob das Ziel durch ein Supersportwagen-Chassis mit Corolla-Motor zu erreichen ist? 

Quelle: ladbible.com