Diesel-Debatte und kein Ende in Sicht: Denn erst vor kurzem offenbarte das Umweltbundesamt (UBA), jene Behörde, die festlegt, was den Menschen Schaden zugefügt und was harmlos ist, erschreckende Zahlen: Stickoxide in der Atemluft sollten für 6000 Tote im Jahr verantwortlich sein, so das vernichtende Fazit von allerhöchster Stelle. Geht es nach der Präsidentin des UBA, Maria Krautzberger, ist einer der Mitschuldigen natürlich der Diesel. Schließlich stelle er „eine bedeutende Ursache für schädliche Stickoxide in der Atemluft – auch außerhalb der hoch belasteten Straßen“ dar.

Als Arm des Bundesumweltministeriums von Noch-Ministerin Barbara Hendricks sollte das Umweltbundesamt es also wissen. Doch das Bundesumweltministerium sieht die Sache wohl etwas weniger drastisch und wiegelte ab: „Die Studie nähert sich durch statistische Berechnungen und Zusammenhänge zwischen zahlreichen Faktoren und Kriterien der Zahl vorzeitiger Todesfälle aufgrund von Stickstoffdioxidbelastungen an. Nicht mehr und nicht weniger leistet diese Studie“, bringt es ein Sprecher des Ministeriums auf den Punkt. Es geht also lediglich um 6000 statistische Tote, eine Annäherung ohne reellen Hintergrund, keines der „Opfer“ ist echt.

Die Studie vermittelte bei ihrer Präsentation hingegen für viele den Eindruck von 6000 realen Todesopfern. Klarer Fall von Panikmache? Ex-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mahnt jedenfalls, genau das lieber sein zu lassen: „Wir brauchen endlich mehr Sachlichkeit in der Diesel-Debatte und keine weitere ideologische Verunsicherung. Fakt ist: Allein im letzten Jahr hat sich die Anzahl der grenzwertüberschreitenden Städte um über 20 reduziert. Seit 1990 sind die NOx-Emissionen um 60 Prozent zurückgegangen. Das zu erwähnen, vergessen die Gegner der individuellen Mobilität allzu gerne.“
 

Quelle: bild.de