Nicht nur bundesweit bekommen Raser und Temposünder härtere Auflagen, auch Städte und Gemeinden nehmen sich des Themas an. So auch die Stadt Hanau in Hessen, die dafür sorgen will, dass die Raserei aufschreckende Konsequenzen hat – weil sich von Strafzetteln wohl nur die wenigsten beeindruckt zeigen, will man dort Fallgruben im Asphalt versenken.

Darunter versteht man spezielle Metallplatten, die abgesenkt werden können – die Folge ist eine entsprechend scharfe Kante mitten in der Fahrbahn, die bei zu schnellem Fahren abrupte Konsequenzen für ein Auto und einen ziemlichen Schrecken für den Fahrer bergen kann. Das System funktioniert automatisiert, eine Radarmessung verrät der Fallgrube, wie schnell jemand unterwegs ist. (Unten findet ihr ein Video, das die Falle im Einsatz zeigt.)

Fährt die Person mit überhöhter Geschwindigkeit, sinkt das Metall um vier Zentimeter ab und der Temposünder wird im wahrsten Sinne wachgerüttelt. Laut Thomas Morlock, dem Verkehrsdezernenten von Hanau, drohe intakten Autos dabei keine Beschädigung, die Tiefe der Gruben sei mit herkömmlichen Schwellen aus dem Straßenverkehr vergleichbar. Sollten doch Schäden an einem Fahrzeug auftreten, leiste die Kommune jedoch keinen Schadenersatz.

In Tschechien und Schweden erfolgreich im Einsatz

Immerhin sei der Schaden ja in so einem Fall durch das Nichteinhalten der Straßenverkehrsordnung entstanden, betonte Morlock. Rettungswagen und Polizei erhalten hingegen einen Transponder, dessen Signal die Falle blockiert, sodass im Notfall uneingeschränktes Fahren für Einsatzkräfte möglich ist. „Actibumps“ heißen diese Fallgruben, für die der Magistrat von Hanau nun um die 50.000 Euro bewilligt hat.

Erstmalig sollen sie in einer 20er-Zone erprobt werden, in der regelmäßig und vor allem am Wochenende und abends zu schnell gefahren wird, woran auch Radarmessungen und Strafzettel bislang nichts geändert haben. Solche Actibumps wurden in Schweden und Tschechien erfolgreich umgesetzt – eine schwedische Stadt berichtet, dass die Fallgruben die allgemeine Geschwindigkeit der Fahrer um rund 5,5 Stundenkilometer gesenkt hatten.

Der Anteil der Autofahrer, die in einer 30-Zone immer noch zu sehr aufs Gas drücken und sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, fiel hingegen von 75 auf 21 Prozent.

Quelle: swr3.de