Sie sollte einen echten Anreiz bieten, das Automobil mit Verbrennungsmotor langfristig gegen ein Elektroauto auszutauschen: die staatliche Förderung für Neukäufer eines Fahrzeugs mit hauptsächlichem oder unterstützendem Batterieantrieb. Doch das Interesse ist gering: Nur wenige Anträge wurden seit Anfang Juli bis dato in Deutschland verzeichnet. Nur 1791 Anfragen gingen beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) ein. Dabei entfielen 1194 Anträge auf reine Elektroautos, während die Nachfrage für eine geringere Bezuschussung für Hybridmodelle mit nur 597 Anfragen verzeichnet wurde.

Der große Gewinner (wenn man bei solchen Zahlen davon sprechen kann) ist BMW. 581 der Anträge im Juli entfielen auf den Kauf von Automobilen der bayerischen Marke, allein 339 davon auf den BMW i3. Ganze 444 Anträge wurden zugunsten von Renault-Modellen gestellt, VW brachte es als Nachzügler in Sachen Elektromobilität auf 154 Anfragen. Elektrofahrzeuge der asiatischen Hersteller Nissan, Mitsubishi und Kia lagen abgeschlagen hinter den drei Traditionsmarken. Toyota und Volvo kamen auf 28 beziehungsweise 19 Anträge.


Erst 25.000 von einer Million Elektroautos

Der Idealfall sieht für die Bundesregierung vor, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen, so lautet zumindest die Einigung im Koalitionsvertrag. Dafür wird der Kauf eines reinen E-Autos mit Batterie mit 4000 Euro bezuschusst, ebenso der Kauf eines Wagens mit emissionsniedriger Brennstoffzelle. 2000 Euro zahlt dabei der Bund, die andere Hälfte des Betrags ist ein Erlass durch die Autohersteller. Sogenannte Plug-in-Hybride, an einer Steckdose ladbare Fahrzeuge mit Mischantrieb aus Verbrennungs- und Elektromotor, werden mit 3000 Euro bezuschusst.

Anfang 2016 waren erst 25.000 Elektro- sowie 130.000 Hybridfahrzeuge angemeldet. Gemessen an den 45 Millionen deutschen Pkw sind das keine beeindruckenden Zahlen. Mögliche Gründe für die geringe Verbreitung sind die niedrige Reichweite, die kaum vorhandene Infrastruktur für Ladestationen sowie die verhältnismäßig hohen Preise.  

Quelle: welt.de