Bei der Marke Puma denken die meisten sicherlich an Sporttreter, aber wusstet ihr, dass es auch eine Automarke gleichen Namens gab? Damit meinen wir nicht das Sport-Coupé aus dem Hause Ford, sondern eine Fahrzeugreihe made in Brasilien. Der Niedergang des Autobauers lässt zwar auf minderwertige Autos schließen, aber wenn man sich mal anschaut, was aus einem Puma GTE herauszuholen ist, wünscht man sich die Kisten doch glatt auf die Straße zurück.

Mit dem Puma GTE Reborn hat der begnadete Autokünstler Rob3rt Desing mal wieder einem Klassiker auf derart beeindruckende Art und Weise neues Leben eingehaucht, dass einem bei dem Anblick glatt das Herz höher schlägt. Nicht schlecht für einen Wagen, der von vielen spöttisch mit „schlecht gebauter Fiberglaskarosserie auf einem VW-Käfer-Fahrgestell“ abgetan wird.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Puma GTE um ein Coupé mit Zentralrohrrahmen und der um 27 cm gekürzten Bodengruppe des VW Karmann Ghia Typ 14. Und auch unter der Haube verrichtet ein modifizierter luftgekühlter 1600-cm³-Vierzylinder-Boxermotor aus dem Hause VW seinen Dienst. Möglich wurde dies aber erst, nachdem der brasilianische Autobauer DKW-Vermag, auf dessen Modellen die ersten Pumas basierten, Ende der 60er Jahre in die Hände von Volkswagen überging.

Der Puma wurde dadurch zunehmend sportlicher. Aus Front- wurde Heckantrieb, aus Dreizylinder-Zweitaktmotor ein Vierzylinder-Viertaktmoror. Doch obwohl kleine Flitzer damals groß in Mode waren, und nicht wenige Pumas exportiert wurden, verlor Brasiliens Wirtschaft den Wettlauf mit den Industrienationen und der Versuch aufzuholen endete in einer langanhaltenden Krise.

Gelockerte Importbedingungen führten zudem dazu, dass technisch ausgereiftere und vor allem preiswertere Sportwagen aus anderen Ländern, allen voran Japan, den Markt fluteten. Puma brach unter dem Druck ein, senkte binnen fünf Jahren die Produktion von über 3000 auf weniger als 100 Fahrzeuge im Jahr 1984 – und wurde schließlich verkauft.

Anschließend sollte noch ein Nachfolger des Puma GTB unter neuer Führung als AMV 4.1. erscheinen, ab 1993 war mit dem Puma jedoch endgültig Schluss. Ford erwarb die Namensrechte für Europa, und damit schließt sich der Kreis.