Das Thema Dieselskandal scheint noch nicht am Ende zu sein. Jetzt, vier Jahre nach dem ersten Aufkommen, drängen neue mutmaßliche Enthüllungen ans Tageslicht. VW soll nach einem Bericht des SWR auch bei neueren Diesel-Varianten Schummelvorrichtungen verbaut haben, die „merken“, wann ein Abgastest durchgeführt wird und die Ergebnisse verfälschen. Volkswagen dementierte diesen Medienbericht.

Wie ein VW-Sprecher der dpa mitteilte, sei „nichts Illegales passiert“. Unzulässige Abschaltvorrichtungen habe das Unternehmen nach eigener Darstellung nicht verbaut. In dem SWR-Bericht hieß es, dass auch Diesel mit Euro-6-Abgasnorm von einer Software betroffen seien, die erkennen könne, ob ein Fahrzeug gerade auf seine Abgaswerte geprüft würde. Dem Sender liegen diesbezüglich mutmaßlich interne VW-Dokumente vor.

Ein solcher vermeintlich manipulierter Dieselmotor könnte in hunderttausenden Fahrzeugen Verwendung gefunden haben:

Darunter in Varianten von Golf, Passat und Tiguan. Auch Audi-, Seat- und Skoda-Fahrzeuge könnten unter den betroffenen Fahrzeugen sein, hieß es. Der VW-Sprecher betonte in seiner Gegenerklärung, dass es nicht verboten sei, sogenannte „Fahrkurven“ festzulegen.

Diese erlauben es den Unternehmen, bestimmte Eigenschaften eines Pkw so zu modifizieren, dass es einer Software prinzipiell möglich ist, zu erkennen, dass gerade ein Test auf einem Prüfstand und keine reale Fahrsituation durchgeführt wird. Doch solche Fahrkurven dürfen keineswegs dazu verwendet werden, die Abgassteuerung zu manipulieren – laut VW gibt es jedoch keine Hinweise für solche neuen Manipulationen.

Die Affäre um Dieselabgase hat dem Unternehmen bis heute Milliarden Euro an Prozesskosten beschert – seinerzeit war festgestellt worden, dass Software Fahrzeuge in die Lage versetzt hatte, zu „erkennen“, wann eine Realsituation vorlag und wann ein Prüfstandtest vollzogen wurde. Diese Software passte dann eigenständig die Einstellung der Abgaswerte so an, dass die Testergebnisse den Richtwerten genügten.

Spätere Vergleiche hatten jedoch offenbart, dass diese Autos im realen Einsatz gänzlich andere Abgaswerte erzielten.

Quelle: rtl.de