Bei Audi knallen die Korken, Mitarbeiter tanzen auf den Tischen, Sekretärinnen ziehen blank, der Chef nimmt besoffen den Fließbandarbeiter in den Arm. Grund für die Freude: Man hat den ewigen Konkurrenten BMW überholt. Auf der Rangliste der bei Autodieben beliebtesten Marken!

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der gestohlenen kaskoversicherten Audis um satte 24 Prozent. Insgesamt 2841 Autos wurden gemopst, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekanntgab. Na, wenn das mal kein Kompliment an die Autobauer aus Ingolstadt ist. Beliebt bei Autodieben waren vor allem die Sportlimousinen S4, S3 und S6. In München bläst man dagegen Trübsal auf FDP-Niveau, nahm die Zahl dort doch um 4 Prozent ab. Lediglich 2748 BMW verschwanden unter mysteriösen Umständen, vor allem die Modelle X6 und X5.

Also Audi, auf zum nächsten Ziel. Denn trotz des erfolgreichen Jahres belegt man damit nur den zweiten Platz. Im Verhältnis zum Absatz gerechnet, werden Landrover statistisch gesehen nämlich immer noch am häufigsten gestohlen. Eine Diebstahlrate von 3,1 gestohlenen Autos auf tausend kaskoversicherte Pkw, da kann einem schon die Brust schwellen. Audi hat mittlerweile gerade mal eine Rate von 1,2 vorzuweisen, BMW gar nur 1,0.

Es gibt also noch viel zu tun. Immerhin stagniert der Diebstahlmarkt. 2013 stieg die Zahl der gestohlenen kaskoversicherten Autos zwar um vier Prozent auf insgesamt 18.805 Stück, doch das ist gerade mal die Hälfte von dem, was noch 2001 von den Straßen verschwand, und gerade mal ein Fünftel dessen, was man noch 1993 und 1994 zu stehlen pflegte.

In Berlin will man diese negative Entwicklung nicht hinnehmen, und gibt sich besonders viel Mühe. Mit einer Diebstahlrate von 3,5 pro tausend kaskoversicherten Autos wird hier im Vergleich der Bundesländer am meisten geklaut. Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland drücken die Quote mit jeweils 0,2 auf einen bundesweiten Durchschnitt von blamablen 0,5.

Armes, armes Deutschland.