Männer beschäftigen sich mit Autos vergleichsweise früh, schließlich gibt es das erste Spielzeugauto oftmals schon für Einjährige. In früheren Zeiten ging die Begeisterung auch im Schulleben weiter, dafür sorgten beispielsweise die bekannten Auto-Quartetts, bei denen etwa Leistungsfähigkeit und Größe verschiedener Fahrzeuge verglichen wurden. Die ersten Fahrerfahrungen werden heutzutage in Videospielen gesammelt – erste Wünsche für das Traumauto werden dann bereits geschürt: Schnell sollte es sein und auch eine ausgefallene Lackierung, ein tiefergelegtes Fahrwerk oder die allseits bekannten Alufelgen dürfen nicht fehlen.

In die Realität lassen sich diese Wünsche meist nicht umsetzen, stattdessen zeigt sich das erste eigene Auto oftmals als Kleinwagen, gebraucht und mit wenig PS. Sowohl die Anschaffung als auch der Unterhalt sind günstiger als bei einem Sportflitzer oder einem anderen opulenten Fahrzeug. Im Alter, wenn es an die Familiengründung geht, werden die meisten zudem „vernünftiger“ und greifen bevorzugt zum Kombi, in dem auch alle Familienmitglieder Platz finden. Die Fahrt mit dem flotten Porsche wird dann höchstens bei einem besonderen Event ausgelebt, etwa durch das Mieten eines Sportwagens für ein Wochenende.

Der Faszination rund um schnelle und schöne Autos tut dies jedoch keinen Abbruch, zumal mittlerweile auch viele Mittelklassewagen optisch und leistungstechnisch überzeugen können. So überrascht es kaum, dass das Auto immer noch als eines der wichtigsten Statussymbole schlechthin gilt.

Was macht das Auto so begehrenswert?

Beliebter denn je …
2014 waren es knapp 44 Millionen Fahrzeuge, die auf Deutschlands Straßen unterwegs waren und wieder einmal bewiesen: Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Auch eine Forsa-Umfrage, die im Auftrag der Autoversicherung CosmosDirekt durchgeführt wurde, hat sich mit diesem Umstand noch genauer auseinandergesetzt. Unter anderem ermittelte die Umfrage, dass knapp ein Drittel aller Autofahrer (35 Prozent) ihr Fahrzeug als Statussymbol betrachten – damit liegt das Auto nur knapp hinter dem Haus oder der Wohnung mit 38 Prozent. Gerade bei den jüngeren Fahrern (zwischen 18 und 29 Jahren) gilt das Auto sogar als wichtigstes Statussymbol.

… oder doch nicht?
Ganz anders sieht dies hingegen die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BFV): Laut Angaben der Experten will mittlerweile nur noch jeder fünfte Jugendliche direkt mit 17 Jahren die Prüfung zur Fahrerlaubnis machen, der Trend geht also offenbar weg vom frühen Führerschein. Lediglich die Jugend auf dem Land habe noch das Ziel, die Möglichkeit der motorisierten Fortbewegung möglichst früh für sich zu nutzen – ansonsten scheint jedoch ein grundlegender Wertewandel bei der Jugend stattzufinden. Laut der Studie sind es vor allem Smartphones, die dem Auto den Rang ablaufen. Auch die emotionale Bindung zum Auto sinkt, so ein Statement des BFV-Chefs Gerhard von Bressensdorf, der dies in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen erläutert. Demnach bleibe es zwar wichtig, ist aber eben nur noch ein Verkehrsmittel unter vielen und somit Mittel zum Zweck. Ebenfalls interessant: Ein gesteigertes Umweltbewusstsein lässt sich aus diesem Verhalten leider nicht ableiten, stattdessen steigt die Jugend mittlerweile sogar lieber ins Flugzeug, um kurze Strecken von einer Großstadt in die nächste schnell zu überbrücken.

Wie schon ein Blick auf die Studien zeigt, ist die Meinung bezüglich des Statussymbols Auto gespalten. Einerseits ist es allgegenwärtig – allein schon aus praktischen Gründen – und vereint sowohl Leistungsfähigkeit als auch Spaß und Design auf gekonnte Art und Weise, andererseits wird es als reines Statussymbol immer häufiger abgelehnt. Gerade die jüngeren Generationen können dem schicken Sportwagen als Symbol von Einfluss und Macht nicht mehr viel abgewinnen. Auf der anderen Seite hat das Auto mittlerweile den Status eines Kulturguts erreicht, für einen weiteren Aufschwung sorgen zudem Innovationen wie der Hybridmotor, vollständig elektrisch betriebene Fahrzeuge oder Luxusfabrikate, die mittlerweile auch die Mittelklasse für sich entdecken. Ein sehr aktuelles Beispiel für einen solchen Fall ist der neue Maserati Ghibli – während die Urversion des Sportwagens längst den Rang eines Klassikers und Kunstwerks innehat, so kommt die Neuinterpretation deutlich bescheidener – nämlich als Diesel – daher. Trotzdem hat der Wagen nichts von seiner Ausstrahlung verloren, wenngleich er nun als Sportlimousine für die Mittelklasse angeboten wird. Technisch betrachtet hat er mit der Urversion nur noch sehr wenig gemeinsam, wie Autozeitung.de in einem direkten tabellarischen Vergleich feststellt. Mit der bisher ersten Dieselversion der Luxusmarke erschließt sich der Hersteller gekonnt neue Zielgruppen und fährt damit bisher durchaus erfolgreich. Die Preise der aktuellen Modelle mit verschiedensten Ausstattungen lassen sich hier nachschauen.

Statussymbole und ihr Wert für die Gesellschaft

Kurzum: Statussymbole zeigen, wer wie wichtig ist. Gerade im Rahmen der beruflichen Karriere spielt dieser Punkt eine große Rolle, denn der Rang in der Hierarchie ist oft nur an Äußerlichkeiten abzulesen. So gut ein Statussymbol allerdings beim Aufstieg helfen kann, so kann es selbigen auch erschweren.
Statussymbole können unterschiedlichster Art sein. Für den einen ist es der in Deutschland immer noch sehr wichtige Titel oder Abschluss – so gilt ein Doktor meist automatisch als „wichtiger“. Das ist in anderen Ländern übrigens mitunter durchaus anders, in den Niederlanden oder Skandinavien werden Professorentitel beispielsweise sehr viel weniger stark bewertet. Andererseits ist es im Job hilfreich, anderen mittels Statussymbolen gewisse Zuständigkeiten oder Autoritäten zu vermitteln.

„Wer etwas werden will, muss die anderen glauben machen, dass er es tatsächlich werden könnte. Natürlich darf nicht schon der Trainee mit Einstecktuch und Manschettenknöpfen rumlaufen. Für die Karriere ist es unverzichtbar, zu wissen, wie und wann solche Statussymbole gezeigt werden.“
Claudia Cornelsen, Personality-Coach aus Hamburg

Autos oder auch teure Uhren und andere Gegenstände sind nur eine von vielen Möglichkeiten, sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Auch aktuelle technische Geräte, eine exotische Reise oder bestimmte Signale wie das Büro am Ende des Flurs oder auch schon der mit dem Namen gekennzeichnete Parkplatz sollten nicht unterschätzt werden und stehen innerhalb der Gesellschaft stets für einen gewissen Rang.

Autos als Frauenmagnet?

Abgesehen davon, dass ein schönes, teures oder ausgefallenes Fahrzeug für Wohlstand und einen beneidenswerten Lebensstil steht, gilt es auch als wahrer Frauenmagnet. Tatsächlich ist es so, dass es auch hier oftmals der erste Eindruck ist, der entscheidet. Eine noble Karosserie macht dementsprechend mehr Eindruck als der gebrauchte Kleinwagen und vermittelt zudem auch noch Werte, die für Frauen generell wichtig sind: Sicherheit und die Gewissheit, dass der potenzielle Partner ein verlässlicher Ernährer der Familie ist. Klar ist aber auch, dass es letztendlich eben doch um mehr als diesen ersten Eindruck geht. Die weiblichen Vorlieben sind und bleiben unberechenbar und vielfältig – versteckt sich also hinter dem schönen Auto ein Mann mit unangenehmem Charakter, so wird das Gefährt keineswegs darüber hinwegtäuschen. Eine faszinierende Persönlichkeit wirkt hingegen anziehend, selbst wenn die Optik eher durchschnittlich ist.

Diese Automarken sind besonders beliebt

Das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest hat im Auftrag des Portals mobile.de insgesamt 2.567 Personen hinsichtlich ihrer liebsten Fahrzeuge befragt. Der Umfrage zufolge steht der Audi R8 dabei an erster Stelle. Da der Sportwagen im Grunde über keine besondere Historie verfügt, ist der Erfolg des Modells vor allem auf eine clevere Marketing-Strategie zurückzuführen, wie auch Experten erstaunt anerkannten.

„Das ist ein Beispiel für exzellentes Marketing der Autofirmen.“
Verkehrssoziologe Alfred Fuhr

Dem Mittelmotor-Sportwagen gelang es sogar, Dauerbrenner wie den Porsche 911 auf den zweiten Platz zu verdammen, wenngleich dieser einst generationsübergreifend als Inbegriff der Sportlichkeit galt. Ferner schafften es aber auch bekannte Klassiker auf die Topliste, darunter der altbekannte und beliebte VW Golf sowie der stilvolle Ford Mustang aus Amerika.

Aber Vorsicht, nach Geschlechtern aufgeteilt ergibt sich ein gänzlich anderes Bild, gerade seitens der weiblichen Befragten stehen andere Fahrzeuge im Fokus. Hier zählen vor allem Übersichtlichkeit, ein kompaktes Fahrvergnügen und ein hohes Sicherheitsgefühl. Gleichermaßen wird jedoch auch eine gewisse Exotik erwartet.

Ranking der beliebtesten Autos bei den weiblichen Befragten

  • Platz 1    Mini Cooper
  • Platz 2    VW Golf
  • Platz 3    Audi Cabriolet
  • Platz 4    Audi A3
  • Platz 5    Porsche Cayenne

Geht es nach den Wünschen der Männer, so steht vor allem Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt, wenngleich die echten Klassiker wie beispielsweise der Citroën DS oder bekannte Oldtimer nicht bzw. kaum vertreten sind.

Ranking der beliebtesten Autos bei den männlichen Befragten

  • Platz 1    Audi R8
  • Platz 2    Ford Mustang
  • Platz 3    BMW i8
  • Platz 4    Porsche 911
  • Platz 5    Bugatti Veyron

Wenngleich die Ergebnisse der Untersuchung mitunter überraschend erscheinen, so sollten diese aber nicht als grundsätzliche Tatsache genommen werden. Denn abseits der erschwinglichen fahrbaren Untersätze sind es vor allem Sportwagen und Oldtimer, die für Begeisterung sorgen.

Die Begeisterung für Sportwagen

Ferrari, Lamborghini, Porsche, Bugatti, Maserati oder Aston Martin – diese und weitere bekannte Sportwagenmarken lassen Männerherzen bekanntlich höher schlagen. Sie alle haben viele PS und atemberaubende Kurven gemein und bieten während des Fahrens meist eine Geräuschkulisse, die für Gänsehaut sorgt. Viele von ihnen sind für den Ottonormalverbraucher allerdings unerschwinglich, sodass es meist nur bei der Leidenschaft rund um das Auto bleibt.

Oldtimer

Die zweite Variante von beliebten und oftmals lebenslang unerreichten Autos stellen die Oldtimer dar – und zwar jene, die tadellos gepflegt sind und sich in einem sehr guten Zustand befinden. Da ihre Leistung ohne entsprechendes Tuning kaum mehr zu überzeugen weiß, sind diese Fahrzeuge in der Tat ausschließlich zum Bestaunen und Beneiden gedacht – was bei den seltenen und außergewöhnlichen Modellen oftmals aber auch angebracht ist. Beliebte Modelle sind beispielsweise der Alfa Romeo Spider, der VW Bus, der Mercedes-Benz W113, der Porsche 911 oder der VW Käfer.

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