Die Marotten des Scheich Hamad bin Hamdan al Nahyan aus Abu Dhabi, erscheinen in einem etwas weniger exzentrischen Licht, wenn man sich einfach mal selber folgende Frage stellt: Angenommen, ihr hättet quasi unbegrenzt viel Geld, ähnlich viel Zeit und müsstet euer Dasein in einer Wüste fristen … was würdet ihr tun? Richtig, ihr würdet euch mit sündhaft teurem Spielzeug die Zeit vertreiben! Und nichts anderes tut der sogenannte Regenbogenscheich.

Zu diesem Spitznamen gelangte der vierte Sohn des Staatsgründers der Vereinigten Arabischen Emirate, als er 1983 sieben Luxuslimousinen des Typs Mercedes S-Klasse orderte; alle jeweils in einer anderen Farbe für jeden Tag der Woche. Und wir reden hier nicht bloß von der Karosserie: Sitze, Lenkrad, Fußmatten, Kühlschrank und selbst die M16-Gewehre im Kofferraum wurden der Wagenfarbe entsprechend lackiert.

Ja, in Abu Dhabi werden andere Maßstäbe angelegt als hierzulande, selbst ans Protzen. Ein Talent, welches Scheich Hamad bin Hamdan al Nahyan mit seiner Privatgarage – dem Emirates National Auto Museum – auf ein neues Level gehoben hat. Beispiel gefällig? Bitte sehr:

Hier kommt der Dhabiyan!

Der zwölf Meter lange und etwa dreieinhalb Meter hohe Koloss auf fünf Achsen basiert auf dem zehnrädrigen Militär-Transporter Oshkosh M1075 und wiegt ganze 24 Tonnen. Um dieses Biest überhaupt von der Stelle zu bewegen, muss ein 15,2-Liter-Caterpillar-Motor mit satten 600 PS Motorleistung ran. 

Das Kraftwerk ist verborgen unter einer kolossalen Motorhaube, die fast zehn Meter vom Fahrer entfernt endet und an deren Spitze fast schon bescheiden ein Kamel hockt. Mit Blick auf den … prägnanten Kühlergrill geht dieser Eindruck jedoch schnell wieder flöten.

Und ja: Das Nummernschild unter all dem blitzenden Chrom steht für eine offizielle Straßenzulassung. Man will mit dem Ding ja schließlich zum Einkaufen fahren können, falls mal die Milch alle ist. Sonst wär’s ja unpraktisch.

Quelle: autobild.de