Man mag es kaum glauben, aber bei dem altehrwürdigen Morgan 4/4 (Vierzylinder, vier Räder) handelt es sich nicht zwangsläufig um einen Oldtimer. Die Serienproduktion wurde zwar bereits 1936 aufgenommen, hergestellt wird dieses archaische Relikt traditioneller Autobaukunst aber tatsächlich noch heute und hält damit den Rekord für das am längsten in Serie gebauten Fahrzeug der Welt. Das Modell wurde zwar immer wieder ein wenig modifiziert, kommt aber seit Produktionsbeginn konzeptionell unverändert daher. In der aktuellen Version verrichtet ein Vierzylindermotor von Ford mit 1,6 Liter Hubraum seinen Dienst, der Rest ist Nostalgie pur.

Das hat freilich mehr Nach- als Vorteile. Sperenzchen wie Assistenzsysteme oder gar so etwas wie Komfort dürft ihr in der aus Baustahl und Holz gefertigten Kiste jedenfalls nicht erwarten. Aber das nehmen „Moggie-Fahrer“ (wie sich Morgan-Besitzer selbst nennen) nur allzu gerne in Kauf, um einer Ära zu huldigen, in der Autofahrer noch mit Ledermütze und Mantel unterwegs waren und stets ein paar Handtücher im Kofferraum hatten.

Bis zu sechs Monate beträgt die Wartezeit für ein bestelltes Auto, welches in der puristischen Grundausstattung bereits für etwa 40.000 Euro zu haben ist. Gegen Aufpreis auch mit einer Alukarosserie, um Feuchtigkeit und Streusalz zu trotzen.

Fahrer des Morgan 4/4 sind folglich absolute Autoliebhaber, denen bereits der kleinste Kratzer im Lack schlaflose Nächte bereitet. Wie muss es dann erst dem armen Kerl im folgenden Video ergangen sein, nachdem dessen Morgan als Sprungschanze für ein anderes Auto herhalten musste?

Quelle: spiegel.de