Für alle, die es noch nicht wussten: Ab dem 1. Mai gilt der neue Bußgeldkatalog für Verkehrssünder. Und wie es mit Reformen nun mal so ist, wird natürlich nicht alles besser. Circa 40 Delikte werden zukünftig mit höheren Bußgeldern belegt, des Weiteren wurde am System der Punktevergabe herumgeschraubt. Was ihr wissen müsst, kurz und knapp:

Punkte gibt es fortan nur noch für Verstöße, welche die Sicherheit im Straßenverkehr gefährden. Das bedeutet, dass zum Beispiel die verbotene Einfahrt in Umweltzonen, Verstöße gegen Kennzeichenvorschriften oder Be¬leidigungen nur noch mit Geldstrafen geahndet werden. Zudem werden auch Verwarnungen bis 55 Euro nicht mehr berücksichtigt.
Solltet ihr vor der Reform über solche Delikte Punkte angesammelt haben, werden diese ab Inkrafttreten der neuen Regelungen gelöscht. Punkte für nach wie vor mit Punkten zu ahndende Verstöße werden umgerechnet.

Für schwere Verstöße gibt es ab Mai 1 Punkt (bisher 1 bis 4), für sehr schwere mit Regelfahrverbot sowie für Straftaten 2 Punkte (bisher 3 bis 4) und für schwere Straftaten mit Führerscheinentzug 3 Punkte (bisher 5 bis 7 Punkte plus Fahrverbot).

Klingt zunächst ganz nett, allerdings ist der Lappen ab Mai bereits beim Erreichen einer Punktzahl von 8, anstatt wie bisher bei 18, abzugeben. Nach 6 Monaten könnt ihr euren Führerschein wiederbekommen, vorausgesetzt ihr erlangt ein positives Urteil bei der medizinisch psychologischen Untersuchung, die euch knackige 357 Euro kostet. Nicht schlecht für 1,5 bis 2 Stunden. Ach ja, 233 Euro für die Neubeantragung des Führerscheins kommen auch noch hinzu.

Aber soweit muss es ja nicht kommen. Habt ihr 1 bis 3 Punkte gesammelt, gibt es einen Vermerk, bei 4 bis 5 eine Ermahnung, auf die der Hinweis folgt, dass man durch die freiwillige Teilnahme an einem Seminar einen Punkt abbauen kann. Das ist allerdings nur einmal alle 5 Jahre möglich. Zudem muss man 400 Euro löhnen und 2 mal 90 Minuten Verkehrspädagogik und 2 mal 75 Minuten Verkehrspsychologie hinter sich bringen. Bei 6 bis 7 Punkten flattert eine schriftliche Ermahnung ins Haus. Ein Punkteabbau per Seminarbesuch ist dann nicht mehr möglich.

In so einem Falle muss man die Zeit für sich arbeiten lassen. Die neue Regelung sieht diesbezüglich Folgendes vor: Punkte für Ordnungswidrigkeiten werden nach zweieinhalb Jahren automatisch gelöscht, die für schwere Ordnungswidrigkeiten samt Regelfahrverbot nach fünf, für Straftaten ohne Führerscheinentzug ebenfalls nach fünf Jahren, für Straftaten mit Führerscheinentzug nach zehn.