Brennstoffzellen-Offensive: Kia will bis Wasserstoff-Militärfahrzeuge realisieren – Schon länger ist bekannt, dass man sich bei Fahrzeughersteller Hyundai an der Spitze einer Wasserstoffantriebsoffensive befindet. 2018 brachte man mit dem Nexo ein entsprechendes Fahrzeug auf den Markt (s. Video), stellte erst vor einigen Tagen bei einem Event neue Brennstoffzellen-Technologien vor. Autobauer Kia hat sich bezüglich dieser Technologie bislang eher ruhig verhalten. Das hat sich nun geändert.

2028 will Kia ein erstes Personenkraftfahrzeug vorstellen, das mit Brennstoffzelle fährt, doch die Technologie soll bis dahin ausgiebig erprobt sein: beim Militär. Dies geht aus einem Bericht von „The Korean Blog“ hervor. Während der „Hydrogen Mobility Show“ in Südkorea trat Kia-Präsident und -CEO Song Ho-Sung demnach an die Mikrofone.

Mächtiger Prototyp zeigt Möglichkeiten auf

Er verkündete, dass das Unternehmen sich auf Wasserstofftechnologie für das Militär konzentrieren werde, bevor diese Technologien ab 2028 Einzug in Passagierfahrzeuge halten sollen. Dabei offenbarte Song Ho-Sung zudem, dass man sich anfangs auf Allzweckfahrzeuge konzentrieren will. Interessant dabei ist, dass sich Kia und Hyundai wohl ohnehin einen Komponentenpool teilen.

Dennoch erfolgt der Vorstoß seitens Kia erst jetzt – während Hyundais Vision FK genannter Sportwagen-Prototyp mit Brennstoffzellenantrieb ausgerechnet auf einem Kia Stinger als Plattform basiert, was ein interessantes Licht auf das bisherige Zaudern Kias wirft. Der „Brennstoffzellen-Energiekonverter“ des Vision FK wird mit einem Plug-in-Hybriden mit Heckantrieb gekreuzt. Ergebnis: Der Prototyp stemmt in Rohform bereits brachiale 680 PS, ist in unter vier Sekunden von 0 auf 100 und bietet über 600 Kilometer Reichweite.

Stromversorgung

So beeindruckenden Eckdaten zum Trotz scheint man bei Kia erst nun mit der Wasserstoff-Initiative loszulegen – will sich dafür aber beim militärischen Einsatz nicht nur auf Fahrzeuge konzentrieren. So sollen Kia-Brennstoffzellenaggregate etwa auch für Notstromgeneratoren und andere Energiespender zum Einsatz kommen. Es wird davon ausgegangen, dass das Unternehmen bis 2028 nach und nach alle seine Militärfahrzeuge wie Einsatzfahrzeuge, Mannschaftstransporter oder Lkw auf Brennstoffzellen-Antrieb umstellt.

Dabei soll der Wandel zuerst bei leichteren Fahrzeugen vollzogen werden, bevor immer schwerere Lkw und schließlich auch bewaffnete Fahrzeuge mit den neuen Technologien ausgestattet werden. Hier könnte sich für den militärischen Einsatz von Brennstoffzellen-Antriebsystemen statt batterieelektrischer Antriebsstränge entschieden haben, weil diese schneller und leichter betankbar sind – das Laden von Akkus dauert länger.

Quelle: carscoops.com