Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat nach monatelangen Verzögerungen die erste allgemeine Betriebserlaubnis zur Nachrüstung älterer Diesel-Pkw mit der Abgasnorm Euro 5 erteilt, um den Ausstoß von Schadstoffen zu senken und somit Fahrverbote zu vermeiden. Jene gilt allerdings bislang nur für Fahrzeuge mit 2,0- beziehungsweise 2,4-Liter-Dieselmotoren aus dem Hause Volvo, und umfasst die Volumenmodelle XC60, XC70, S60 sowie V60. Die Erlaubnis für Daimler-Modelle soll am 31 Juli folgen, für BMW ist der 15. August angesetzt. Um welche Wagen es sich genau handeln wird, ist jedoch noch unklar.

Die Umrüstung am Motor ist Bestandteil eines größeren Maßnahmenpakets der Bundesregierung für bessere Luft. Um von aktuellen Fahrverboten verschont zu bleiben, dürfen die umgerüsteten Autos laut den Vorgaben der KBA im Realbetrieb nur noch 270 Milligramm Stickoxid pro Kilometer ausstoßen. Die geschätzten Kosten einer solchen Umrüstung liegen bei rund 3000 Euro pro System. Einige Autobauer wie Daimler und Volkswagen haben zwar bereits zugesagt, sich an den Kosten zu beteiligen, ausgerechnet Volvo hat einer möglichen Kostenübernahme jedoch eine klar Abfuhr erteilt.

Es ist aber ohnehin fraglich, ob mit einem Run auf die Nachrüst-Sets zu rechnen ist. Denn zu den im Praxistest des ADAC offenbarten, teils erheblichen technischen Problemen bei einigen Nachtrüst-Unternehmen, summieren sich Garantie-Risiken und je nach System ein Mehrverbrauch mit erhöhtem CO2-Ausstoß zu einem letztlich unkalkulierbaren Risiko für Autofahrer.

Hinzu kommt, dass die Umrüstung nicht die Erfordernisse der neuen Abgasnormen Euro 6 d-temp oder Euro 6 d decken kann, welche über die Einhaltung eines bestimmten Stickoxid-Werten hinausgehen. Städte wie Berlin haben bereits Euro-6-Dieselverbote angekündigt und da nachgerüstete Autos, wie vom Verkehrsministerium bestätigt, notwendigerweise ihre alte Abgasnorm Euro 4 oder Euro 5 behalten, wären diese wieder draußen.

Quelle: focus.de